Perfektes Zusammenspiel zwischen Montage und Sounddesign
George Clooneys Darstellung unterscheidet sich zwar kaum von der aus anderen Filmen (beispielhaft sei hier die Ocean's-Reihe erwähnt), jedoch passt seine ihm anhaftende Lässigkeit hier ganz hervorragend. Er mimt in Up in the Air einen Einzelgänger, der beruflich 322 Tage im Jahr unterwegs ist und „fremden“ Firmen die undankbare Aufgabe abnimmt, ihr Personal zu entlassen.
Der Zuschauer begleitet den Protagonisten auf seinen Kündigungsreisen, beobachtet ihn beim Packen, bei der Zollkontrolle, beim Einchecken in Hotels und für Ryan Bingham vielleicht am wichtigsten – beim Sammeln von Bonusmeilen. (Wenn Bingham dann letztlich die 10 Millionen-Bonusmeilen-Grenze überschritten hat, gibt es noch eine schöne Reminisenz an The Big Lebowski, in der Sam Elliott – zwar nicht in Cowboy-Kostüm, dafür aber in adretter Pilotenrobe – dem Protagonisten seine philosophisch wertvollen Lebensweisheiten und die erlesene Bonuskarte mit auf den Weg geben darf, und ja, auch hier trägt er Schnauzbart.)
Die Professionalität der Hauptfigur wird dabei teils satirisch vom perfekten Konglomerat Montage und Sounddesign gespiegelt, so zum Beispiel, wenn sie ihren Koffer packt, die Bilder dies in schnellen Schnittfolgen präsentieren, und die Geräusche dabei geradezu comichaft überbordend von der Tonspur hallen: Dieser kluge Einsatz filmischer Mittel verleiht dem Protagonisten quasi den Status eines Superhelden – natürlich durchaus persiflierend.
Die routinierten (Zukunfts-)Gespräche Binghams mit den Gekündigten wurden im übrigen zu großen Teilen mit Laiendarstellern gedreht, die tatsächlich ihren Job verloren haben, und für die, so Jason Reitman, tatsächlich ein kathartischer Effekt durch erneutes Erleben zustande gekommen sein soll. Würde man Up in the Air unbedingt etwas vorwerfen wollen, könnte man die Tatsache erwähnen, dass er wohl etwas zu lapidar mit der Problematik der aufgezwungenen Arbeitslosigkeit umgeht, dann jedoch würde man die eigentliche Intention des Films verkennen; es geht ihm niemals darum, psychologische Hilfestellungen, oder gar Problemlösungen zu liefern, in erster Linie möchte Up in the Air unterhalten. Und das gelingt ihm ganz ausgezeichnet.