Saint-Exupérys Erbe?
Sfar tritt kein leichtes Erbe an, muss er sich doch an den Zeichnungen aus der Feder Saint-Exupérys,die die Erzählung ilustrieren, messen lassen. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. Zwar benutzt Sfar immer wieder der Vorlage ähnliche Bilder und Bildelemente, quasi als Motiv, variiert diese jedoch, indem er bisweilen andere Blickwinkel wählt. Manchmal ist eine Verwandtschaft nur noch zu erahnen. Er tut auch ganz gut daran, den Kleinen Prinzen weder neu erfinden zu wollen noch diesen sklavisch zu kopieren.
Die selbstständige künstlerische Leistung Sfars liegt im Besonderen darin, die Handlung zwischen den Zeichnungen Saint-Exupérys zu verbildlichen, vielleicht sogar so, wie sich dieser die Geschichte als Comic vorgestellt hätte. Der nervöse, krakelige, bisweilen auch ungelenk erscheinende Zeichenstil Sfars - man meint, er wäre nicht in der Lage, einen sauberen Strich zu führen - ist dafür bestens geeignet. Nur die strikte Panelanordnung von jeweils 3 mal 2 Bildern pro Seite mag so gar nicht zu der episodenhaften, träumerischen Geschichte passen. Vielleicht wäre eine freiere Gestaltung aber auch zu viel des Guten gewesen.
Schade ist nur, dass sich Sfar nicht dazu hinreißen lassen wollte, seine eigene Interpretation eines Elefanten in einer Boa zu kreieren. Spannend wäre seine Lösung sicherlich gewesen.