Leserinnen gesucht!
Hirdt würde Perry gern vierteljährlich statt halbjährlich erscheinen lassen. Aber die Arbeitsteilung zwischen Autoren, Szenaristen, Zeichnern und Coloristen hat sich bisher nicht richtig eingespielt. Leute wie Laska, Michael Vogt oder Stephan Hagenow haben sporadisch mitgemacht, hauptsächlich deshalb, weil sie sich gern einmal in einem solchen Heft gedruckt sehen. Dünnere Hefte zu produzieren, ist für den Verlag keine Alternative (derzeit hat Perry regulär 68 Seiten). Sie könnten dann etwa für 1,95 statt 4,95 Euro angeboten werden, wären aber damit für den Comicfachhandel wegen zu geringer Gewinnspannen uninteressant.
Ein weiteres Problem könnte die Zusammenarbeit mit der Rastätter Redaktion der Perry Rhodan-Heftromanserien werden. Sie hat bei den Comics ein Mitspracherecht und achtet darauf, dass die Marke Perry Rhodan nicht durch zu frei ans PR-Universum angelehnte Comic-Storys oder Plots, die PR-Fans vor den Kopf stoßen könnten, beschädigt wird. Tatsächlich folgen die Comics nicht immer genau den Vorgaben der Heftromane und bringen etwa Figuren zusammen, die sich dort niemals begegnen könnten. Jedoch hat die Redaktion, wie Hirdt versichert, noch nie ernsthaft eingegriffen. Stolz ist er dagegen darauf, dass Perry Rhodan-Erstauflagenautoren inzwischen hin und wieder Comic-Episoden schreiben.
Nachgedacht wird auch über eine Verjüngung der Leserschaft und daran, für Leserinnen attraktiver zu werden. Während die Rastätter die Serie zunehmend multimedial und interaktiv werden lassen, ist der Alligator Farm da allerdings noch nichts Zündendes eingefallen. Auch der Stand beim Comic-Salon brachte wenig. Die Möglichkeiten, neue Lesergruppen auf sich aufmerksam zu machen, seien bei dem großen Festival begrenzt. Etwas enttäuscht war Hirdt, dass der Comic-Salon nicht auf sein Angebot einging, einen Perry-Vortrag zum Programm beizusteuern. Zufrieden hat er immerhin registriert, dass einige der langjährigen, treuen Leser dem Verlag in Erlangen einen Besuch abgestattet haben.