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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 16:32

The A-Team - ab heute im Kino!

12.08.2010

Die von der schnellen Truppe

Der kultträchtige Spruch, der die Fernsehauftritte des alten „A-Team“ einleitete, könnte abgewandelt auch der Kinoadaption vorangehen: „Vor 23 Jahren wurden die vier Männer einer militärischen Spezialeinheit für ein Verbrechen verurteilt, dass sie nicht begangen hatten. Die Fernsehserie, in der sie zu Kult-Figuren geworden waren, wurde eingestellt. Sie brachen aus dem Videoregal aus und tauchten im Actionkino unter. Wenn Hollywoods Produzenten ein Problem haben, weil ihnen die Ideen ausgehen, rufen sie „The A-Team“! Von LIDA BACH

 

Nicht ganz Ernst genommen werde, wie es die deutsche Variante des Voice-Over der Serieneinleitung riet, kann auch die Filmhandlung nicht. Colonel Hannibal Smith (Liam Neeson) rettet den Sprüche klopfenden Frauenhelden Tempelton „Faceman“ Peck (Bradley Cooper), der im wahrsten Sinne in einer brenzligen Situation feststeckt. Hilfe erhält er dabei von dem schlagkräftigen B. A. (Quinton Jackson). Ehrensache unter altgedienten Army Rangers wie den beiden. Dass Hannibal B. A. zuvor anschießt und dessen Wagen klaut, macht gar nichts. In einer Nervenklinik rekrutieren sie den neurotischen Piloten Murdock (Sharlto Copley). Schon ist„The A-Team“ komplett, noch bevor es der Vorspann ist. Der restliche Plot ist ein Farce, welche die halsbrecherischen Unternehmungen des A-Teams beim Versuch, ihre Unschuld zu beweisen, rechtfertigt. „Wir haben dem System vertraut und das System hast sich gegen uns gewendet!“, klagt Murdock.

 

Dass nur der irre Chaot „das System“ kritisieren darf, macht Canahan Geisteshaltung unmissverständlich. Es ist nicht der Weg Gandhis, den „The A-Team“ wandert. Plagen B. A. Zweifel am Töten, wird das verirrte Schäfchen von Hannibal mittels philosophischer Zitaten der Herde zurückgegeben. Zwar kennt „das System“ Verräter wie den schmierigen Lynch (Patrick Wilson), doch dient der selbstherrliche Intrigant nur als Negativkontrast, um die gute Seite um so strahlender erscheinen zu lassen. Militär und Rechtswesen der USA bleiben so verführerische wie Jessica Biel. Äußerlich wirkt sie streng und unerbittlich wie die Army. Unter der harten Schale aber schlägt bei beiden ein Herz aus Gold. Im Grunde sind die Krieger des „A-Team“ nichts anders als modern gekleidete Merry Men aus dem Sherwood Forrest. Statt für Witwen und Waisen kämpfen sie für die Rat- und Hilflosen: Anführer Hannibal als Robin Hood, B.A. als der wuchtige Little John, Faceman als Will Scarlet und Murdock als der tölpelhafte Witzbold Bruder Tuck

 

Die fantastischen Vier

Wie die nicht einmal für die Militärpolizei auffindbare Truppe von Normalsterblichen kontaktiert wird, hat der legendäre Vortext nie verraten. Ruft man ihren Namen, tauchen sie vermutlich wie Superhelden aus dem Nichts auf. Ein Vogel? Ein Flugzeug? Nein, ein gekaperter Helikopter, ein umgebauter Container, Panzer mit Fallschirm oder ein ähnliche Vehikel, in dem sich Hannibal und seine Helden vorzugsweise fortbewegen. Unauffälligkeit schätzte schon der antike Namensvetter des Team-Chefs nichts. Nicht Erfolg, sonder Spektakel macht eine Sache zur Legende. Künstlerisches Scheitern lässt sich Canahans Actionkomödie nicht vorwerfen. Große künstlerische Ambitionen kennt „The A-Team“ nicht und gibt es auch nie vor. In dem reinrassigen Unterhaltungswerk sollen die Sprüche noch schärfer als die Munition sein. Die trockene Lakonie des Originals ersetzen grelle Effekte.

 

Mit leicht verkrampften Respekt verneigen sich das Drehbuchautoren-Trio vor der Fernsehserie, als deren Wiedergeburt sie ihr Werk sichtlich ernst nehmen. In einer mehrdeutigen Szene wird die Kult-Serie auf der Leinwand aufgeführt – als Unterhaltung für die Patienten einer Nervenklinik, in der Murdock sitzt. Diese Leinwand auf der Leinwand durchbricht das moderne „A-Team“ mit einem Wagen. Aus Fiktion wird innerhalb der Handlung buchstäblich Realität. Echter als das Original zu sein vermag jedoch kein Remake. Das cineastische „The A-Team“ ist das Gegenteil der Serien-Truppe: angepasst, konform, vorhersehbar. Dass ihr Rehabiliterungsversuch misslingt, steht fest. Nur so kann die Ausgangssituation der TV-Reihe entstehen, der nun eine im Kino folgen kann. Dass das Ende der Actionkomödien zu Fortsetzungen geradezu einlädt, ist offensichtlich. Vielleicht tritt demnächst McGyver dagegen an. Eine Verfilmung seiner actiongeladenen Bastelstunden ist schon geplant.


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