Schöner Wohnen im Mittelalter
Die Nürnberger Schau umfasst rund 650 Exponate, die in beiden Ausstellungshallen des Museums versammelt sind, sowie einzelne Objekte in den Abteilungen der ständigen Sammlung. In der großen Ausstellungshalle sind die Zeugnisse des realen Lebens auf der Burg präsentiert. Die Halle selbst wurde durch die beeindruckende Ausstellungsarchitektur in eine Art Burg mit Nischen und weiten Sälen, Torbögen und einem Bergfried verwandelt.
Wer aus dem gläsernen Foyer den Raum betritt, findet sich – quasi im Burggraben – vor zwei Vitrinen mit Spielzeugburgen eines bekannten Spielwarenherstellers wieder, die Zeugnis ablegen von unserer vermeintlich so guten Kenntnis des zu Sehenden.
Anschließend durchwandert man die einzelnen Abteilungen, die unter den Überschriften wie „Burgenbauten im Mittelalter und Neuzeit“, „Leben auf der Burg“ oder „Leben im Kampf“ die verschiedenen Facetten des Themas abdecken. Zu den vielen bildlichen und textlichen Zeugnissen gesellen sich Waffen, Möbelstücke und vieles mehr, die von der Blüte der Burgenepoche künden.
Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Schau gehört die Tatsache, dass der Burgenbau schon im 7./8. Jahrhundert von großer Zahl und Bedeutung gewesen sein muss und nicht erst, wie bisher angenommen, im 11. Jahrhundert in größerem Maße einsetzte. Ebenso muss das Ende der Burgenepoche näher in die Gegenwart gesetzt werden. Bisher glaubte man, den Niedergang der Burg mit der Entwicklung schwerer Feuerwaffen um 1500 synchron setzten zu können, doch zumindest noch im 30jährigen Krieg spielte die Burg eine wichtige Rolle.