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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 16:43

Valve: Alien Swarm

16.08.2010

Valve: Alien Swarm

Space Marines haben Hochkonjunktur, ob als messianischer Heilsbringer in Hightech-Rüstung (Halo), schnodderiges Alienfutter (Aliens – Die Rückkehr) oder stummer Schrotflintenträger (DOOM u. Quake II). In Valves gratis top-down-shooter bekommt man schnodderige Marines in Hightech-Rüstungen und eine Busladung voller Waffen, die an dem namensgebenden Schwarm ausprobiert werden wollen. PETER KLEMENT ist in den Raumanzug geklettert, um eine unheimliche Begegnung der dritten Art Mores zu lehren.

 

Jeder der einschlägige Filme gesehen hat, in denen arme Würstchen diversen Außerirdischen zum Fraß vorgeworfen werden, denkt sich aus der bequemen Sicherheit seiner Couch „mir wäre das NIE passiert, ich hätte da erst so fünf oder zehn Handgranaten geworfen“. Aus der bequemen Sicherheit einer Couch sagt sich so etwas leicht, doch schon wenn man diese Position gegen die leicht unbequemere vor einem Monitor eintauscht, tun sich Abgründe auf.

 

Slapstick mit Sturmgewehren

Alien Swarm ist ein Spiel für vier Spieler, in dem jeder eine spezielle Rolle übernimmt, die in Film und Spiel eine stolze Tradition hat: Es gibt den Sarge, den Sanitäter, den Mann mit Maschinengewehr und den Sprengstoffliebhaber/Techniker. In einer idealen Situation bildet sich so ein Viereck, in dem jeder die Schwächen des anderen ausgleicht. Realität und Aliens haben allerdings eine andere Theorie, die eher mit Laurel & Hardy zu tun hat: Die beiden schaffen es selten durch eine Tür, ohne dass Chaos ausbricht. Man mag sich nicht ausdenken, was passieren würde, wenn Sturmgewehre, Granat- und Flammenwerfer der Mischung beigefügt würden.

 

Oft endet eine Runde gegen den Schwarm nicht an der Gefährlichkeit der Scharen von mordlüsternen Krabbelviechern, sondern an guter, alter Hybris: Jeder will sein Stückchen Ruhm oder das neueste Spielzeug ausprobieren. Daher ist es nicht unüblich, dass sich nach zwei Minuten der erste Marine mit einem Granatwerfer ins Jenseits befördert hat oder dem Flammenwerferträger vor die Mündung gelaufen ist und brennend in den Schwarm stolpert. Mission failed!

 

Es geht zwar auch anders ...

Hin und wieder findet man doch kompetente Mitstreiter und dann hat das Ungeziefer nichts zu lachen, denn das Team flitzt aus allen Rohren feuernd durch das Level und verteilt physikalisch interessant Aliens mittels Kugelhagel in der Architektur. So macht kooperatives Spielen Spaß, Lust auf mehr und reaffirmiert den Couch-Marine für die nächste Ausstrahlung von Aliens – Die Rückkehr.

 

... aber am Ende wird´s doch nuklear

Alien Swarm ist eine gelungene Aufbereitung des top-down-shooters, der gerade ohnehin eine erstaunliche Renaissance erlebt. Obendrein ist es kurzweilig, umsonst und man darf fieses Getier in ballistische Objekte verwandeln, auch wenn es am Ende alientypisch mit einem großen Knall endet. Der geschenkte Gaul hat zwar ungewöhnliche viele Beine, aber die Zähne sind beunruhigend zahlreich und in gutem Zustand.

 

Krabbelig, bleihaltig, bildend

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