Donnerstag, 09. Februar 2012 | 05:09

Yoostar 2

23.08.2010

Eindrücke von der gamescom 2010

Der ehemalige Chefredakteur von gamepals.de, BENJAMIN BECKER, hielt für uns auf der gamescom 2010 in Köln die Augen offen und stolperte über einen interessanten, kleinen Titel namens Yoostar2. Für TITEL-Kulturmagazin hat er seine Eindrücke kurz festgehalten.

 

Ich muss zugeben, dass ich vor der gamescom 2010 noch nichts von Yoostar 2 gehört hatte. Als ich mir dann erste Infos besorgte, freute ich mich nicht nur auf die Möglichkeit, endlich mal Kinect (Microsofts Antwort auf Wii und Playstation Move) auszuprobieren, sondern merkte recht schnell, dass hier auch ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung gehen würde: Als alter Karaokefan war ich bereits vor einigen Jahren Feuer und Flamme, als ich einen Bericht über die etwas schrägere Variante des „Video-Karaoke“ sah. Seitdem war es mir leider nie gelungen, einen Schuppen zu finden, der so etwas anbietet. Doch jetzt gibt es ja Yoostar 2 für die Xbox 360.

 

Zunächst sei kurz das Prinzip hinter Video-Karoke – und somit auch das Spielprinzip von Yoostar 2 - erläutert: Statt eines Musikstücks gilt es eine berühmte Filmszene zu interpretieren – nur eben nicht per Gesang, sondern in Form von Acting und Dialogmitsprechen. Klingt spaßig, und das ist es auch!
Durch die genial-einfache Kinect-Steuerung, die gänzlich ohne Controllereingaben auskommt, gelingt der Einstieg ins Spiel kinderleicht: Einfache Handbewegungen, die teilweise an den Film „Minority Report“ erinnern, führen blitzschnell auf die Brücke des Raumschiffs Enterprise oder mitten in die Casablanca-Abschiedsszene in Paris. Zwar hakten die Menüs bei der Präsentation in Köln noch leicht, man versprach mir jedoch, dass dies bis zum Release irgendwann in den kommenden Wochen definitiv behoben würde.

Die einzelnen Filmszenen werden zu Beginn stets im Original gespielt und man erhält dann ausreichend Gelegenheit zum Üben. Danach tauscht man – der Kinect-Kameraerkennung sei Dank – den Platz mit dem jeweiligen Hauptdarsteller und wird mitten ins Geschehen katapultiert. Bewertet wird anhand eines Systems, das an die diversen Singstar-Ableger erinnert („Super!“, „Ausgezeichnet!“, etc.). Ist die Traumszene einmal im Kasten, kann sie nicht nur lokal gespeichert, sondern auch auf Yoostar2.com, Facebook oder Twitter veröffentlicht und dort dann von den jeweiligen Communities bewertet werden. Mal abgesehen vom gewöhnlichen Hang nach Onlineexhibitionismus birgt gerade letzteres tolle Möglichkeiten: So können Szenen vom letzten Zockabend binnen Sekunden dem Freundeskreis oder auch der ganzen Welt zugänglich gemacht werden – wenn man dies denn möchte.

 

Viele Inhalte für Stars in spe

Erfreulicherweise wartet Yoostar 2 mit satten 60 Szenen aus bekannten Filmen aller großen Studios auf (u.a. Paramount, Universal, MGM und Warner). Ergänzt werden diese durch zusätzlichen Downloadcontent, der wöchentlich erweitert werden soll.
Damit auch Gelegenheitsspieler und Videothekenfans auf ihre Kosten kommen, sind alle Szenen von Anfang an in einem Quick Mode abrufbar. Vorbei sind also die Zeiten, in denen man Freunden „mal eben schnell diese Szene zeigen“ möchte, um dann festzustellen, dass sie erst noch freigespielt werden muss.

Yoostar 2 sieht jetzt schon sehr vielversprechend aus und dürfte sich nahtlos in die Erfolgsreihe von Singstar, Guitar Hero und Co. einreihen. Unterm Strich also ein perfekter Partytitel, der mit mehreren Leuten glänzt, im Einspielermodus aber recht schnell seinen Reiz verlieren dürfte.


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