Nicht mal durchschnittlich
Zumindest die schauspielerischen Leistungen sind durchweg gelungen. Hervorzuheben ist die polnische Schauspielerin Katarzyna Maciag, die als duldsame, liebenswürdige Gosia überzeugt. Die Hauptfigur des Frieder, als sympathischer kleiner Mann mit Fehlern angelegt, stellt sich als verlogener Antiheld heraus. An jenem Antihelden und kleinbürgerlichen Spießer arbeitet sich Christian Ulmen ab. Ulmen, der seinen Charakteren stets die Aura des sympathischen Verlierers zu geben weiß, kann der dunklen, intriganten Seite seiner Figur leider keine Kontur verleihen. Dafür liebkost er den spießigen Teil seiner Figur mit seiner gesamten Persönlichkeit. Während Regie und Kamera unauffällig bleiben, hat die Ausstattung stimmige und stimmungsvolle Szenerien konstruiert. Wenn bergeweise Umzugskartons während der Hochzeitsfeier im Neubau den Gästen zwischen den Füßen rumstehen, entsteht der überzeugende Eindruck des Unfertigen.
Insgesamt gibt es viele Gründe, warum die Komödie nicht funktioniert. Ganz deutlich zeigt es sich jedoch in der Liebesbeziehung zwischen Frieder und Gosia. Vor der Trauung fragt der polnische Geistliche, was die beiden aneinander lieben und es wird nichts besseres präsentiert, als Frieders Talent lustige Grimassen zu schneiden und Gosias gutes Aussehen. Fadenscheinig, unglaubwürdig und ein echtes Armutszeugnis für die Kreativität der Filmemacher. Was lustig gemeint ist, demontiert die Figuren und somit letztlich den Film.
Hochzeitspolka ist ein nicht mal durchschnittlicher Film. Das Ende des Films übertrifft alles. Es hat nichts mehr mit den Ereignissen des Films zu tun, sondern biegt alle aufgetretenen Probleme und Schwierigkeiten, Vorurteile und Missverständnisse gewaltsam in ein Happy End um. Mit der Bemerkung „jetzt wo wir alle Missverständnisse geklärt haben“, endet der Film in einem unpassenden Gute-Laune-Brei. Es zeigt sich, wie weit „gut gemeint“ noch immer entfernt ist von „gut gemacht“ und wie weit „Klischees darstellen“ entfernt ist davon, „in Klischees denken“ zu kritisieren.

