Für claire Lenkova als Künstlerin sprechen zwei Dinge: Zum einen hat sie eine bewegte Vergangenheit und zum anderen den Mut, diese Vergangenheit und auch private Gedanken und Gefühle ungeschönt zu Papier zu bringen. Als Dreingabe gibt es noch eine ordentliche Portion Abgedrehtheit. So können anspruchsvolle Bücher entstehen. Zum Glück für die superheldengebeutelte Comic-Welt, neigt claire jedoch seit Kindesbeinen an eher zu Bildergeschichten und so können sich Comic-Freunde über ein nachdenkliches und verrücktes Werk freuen.
Diese Mischung aus Privatem und Verrücktem lässt sich an dem Sammelband Der Toupetmann gut beobachten. Zum Beispiel in der Geschichte Der Garten Eden oder: Wie ich zum Paradies kam: Sie beginnt damit, dass die Erzählerin claire von ihrer extrem christlichen Erziehung berichtet. Dann handelt sie die biblische Geschichte von der Erschaffung der Menschen und dem Rausschmiss aus dem Paradis auf sehr eigenwillige Art und Weise ab, nur um unvermittelt dazu überzugehen, wie bei ihr Osteopenie (eine Knochenkrankheit) diagnostiziert wird.
Deswegen fährt sie zum Paradies, wo sie den Künstler Jonathan Meese trifft, der sie auf ihrem Weg zur körperlichen und geistigen Vollkommenheit begleitet. Aber Gott, die Jonathans Mutter ist, befiehlt ihnen sich fortzupflanzen und claire, die keinen Bock auf Befehle hat, verlässt das Paradies. Moral: Nicht mal der Garten Eden war das Paradies.