Kazuo Kamimura: Furious Love - Vol. 2 & 3
30.12.2010
Weiter wie gehabt ...
... geht es in den Bänden Zwei und Drei von Furious Love, die die Miniserie zum Abschluss bringen. Wer, wie CHRISTIAN NEUBERT, bereits den ersten Band kennt, weiß, dass das nicht wirklich etwas Gutes verheißt.
Im Grunde würde es genügen, sich die Besprechung des ersten Bandes von Kamimuras dreibändiger Serie anzuschauen, um auch über die Bände Zwei und Drei Bescheid zu wissen. Die Sprunghaftigkeit der Inszenierung lässt nach wie vor einen roten Faden vermissen – mit Ausnahme dem der scheinbaren Beliebigkeit und der daraus resultierender Langeweile. Auch die Figuren gewinnen nie nennenswerte Konturen und Charakter – sie verharren flach wie die Seiten, auf denen sie gezeichnet wurden, vor den Augen der Leser.
Dabei ist es keineswegs zutreffend, sie als eindimensional zu bezeichnen. Ihre Motivationen und Abgründe erlangen durch die Banalität der vor sich hin dümpelnden, episodenhaften Erzählung allerdings auch nie die nötige Tiefe, um das aufzubauen, was Furious Love insgesamt vermissen lässt: die nötige Spannung. Und dies ist im Grunde sehr erstaunlich, wo der Geschichte doch durch ihre zeitliche und räumliche Einordnung – die ausklingende Edo-Zeit – ein Background zugrunde liegt, dem es an Tragik und Dramatik keineswegs ermangelt.
Zuviel des Guten
Dabei bergen die einzelnen Episoden in ihrem Kern sehr wohl gute Ideen, interessante Konflikte und Konstellationen. Doch immer dann, wenn in einem der unmotivierten Erzählstränge etwas interessant zu werden scheint, wird die aufkeimende Spannung bereits im nächsten Kapitel der Geschichte wieder abgewürgt, indem das Augenmerk auf ein weiteres Detail des viel zu breit angelegten Erzählkosmos gelenkt wird. Somit verkommt die in Furious Love gebotene, willkürlich erscheinende Aneinanderreihung durchaus interessanter Einfälle zur Belanglosigkeit. Dies ist leider der einzige Aspekt der dreibändigen Reihe, den Kamimura konsequent zu verfolgen scheint.
So beherbergen auch der zweite Band von Furious Love, in dem Sutehachis Geliebte O-Shichis ins Zentrum des Geschilderten rückt, und der dritte Band, wo Hokusais Epigone Sutehachi wieder die Hauptrolle einnimmt, zwar nicht ausschließlich schlechte erzählerische Versatzstücke. Doch leider ist das Mosaik, das aus diesen entsteht, nichtssagend, da es scheinbar recht gleichgültig zusammengeschustert worden ist. Daraus resultiert ein Lesevergnügen, das sich mit einem Blick durch ein Kaleidoskop bei widrigen Lichtverhältnissen vergleichen lässt. Wie man es auch dreht und wendet: Nur für einige äußerst flüchtige Momente blitzt etwas Glanz auf. Schade – da hat Kamimura weitaus Besseres zu bieten.
Ende gut, alles andere als gut
Dass der berühmte Mangaka auch anders kann, wird dann allerdings am Schluss des dritten Bandes, also am Ende der gesamten Erzählung offenbar. Mit ebenso wirkungsvoller wie leichtfüßig daherkommender Metaphorik wird der Leser aus der Welt von Furious Love entlassen. Nur dumm, dass man dieser bis dahin – bei all dem, was sie einem eigentlich bieten will – nicht wirklich viel abgewinnen kann.
Und hier die Gewinnfrage: Wie hieß Dave Stevens' Vorbild für die Freundin des Rocketeer?
(0)Jane Russell (2)Betty Page (0)Iris Berben
TITEL-Verlosung Teil 2
Heute verlost TITEL vier Bände aus dem Hause CROSS CULT:
Dave Stevens: THE ROCKETEER
Eric Powell: THE GOON - Böses Blut
Mike Mignola & Richard Corben: HELLBOY - Der Krumme
John Layman: CHEW - Bulle mit Biss!
Wir danken dem Verlag herzlich für die Bereitstellung der Exemplare.

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