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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 17:16

Banksy - Exit through the Gift Shop

22.10.2010

The Great Pop-Art-Swindle

„Der Film handelt von diesem Typ, der eine Dokumentation über mich machen wollte. Dann stellte sich heraus, dass er viel interessanter war als ich.“ Daher drehte Banksy den Spieß und die Kamera um. Der Street Artist zeigt den unglaublichen Aufstieg des Amateurfilmers Thierry Guetta. Von LIDA BACH

 

Exit through the Gift Shop ist eine Mockumentary im wortwörtlichen Sinne. Die aus Amateurvideos und Interviews zusammengefügte Reportage verspottet ihren Initiator Guetta, Banksy, der ihn vom Regiestuhl schubste, die kommerzialisierte Kunst-Szene und das Publikum - auch im Kino. Die Grenzen zwischen Kunstfigur und Künstler, Kunst-Dokumentation und Kunstinstallation verschwimmen. Der britische Kunstprovokateur Banksy bleibt in seinem Film anonym.

 

Der prominente Unbekannte ließ ein Mädchen an Luftballons an der Mauer zwischen Israel und Palästina schweben, hängte heimlich eigene Gemälde in der Tate Gallery auf und stellte ermordete Telefonzellen in den Straßen Londons aus. Doch im Gegensatz zur klassischen Kunst ist Street Art kurzlebig. Darum muss sie dokumentiert werden.

 

Buffmonster, Swoon, Shepard Fairery - Thierry Guetta, ein manischer Franzose mit starken Akzent, hatte die Elite der Street Artists vor seiner Kamera. Sogar Banksy begleitete er bei dessen spektakulären Aktionen. Glaubt man Guetta, riskierte er sogar mehr als sein Idol: „I would climb higher, higher-“

 

Mit einer Schar Assistenten begann er unter dem Künstlernamen „Mr. Brainwash“ massenhaft teure Pseudo-Kunst im Stil der Street und Pop Art zu produzieren. Die Optik hatte er sich hautnah abgeschaut, die Technik beherrschten seine Gehilfen und der Computer. Copy & Paste. Malen nach Zahlen. Mit phänomenalem Erfolg. Die Dummheit des Publikums ist unberechenbar. Die Erfahrung musste Banksy selbst machen, als er für ein Kunstaktion Pfundnoten mit dem Bild von Lady Di druckte. Kaum jemand bemerkte den Unterschied. So fälscht man Millionen. Mr. Brainwash scheffelt unterdessen echtes Geld.

 

Kunst-Szene und Szene-Kunst

„Ich wollte einen Film schaffen, der für Street Art bewirkt, was Karate Kid für Kampfsport getan hat“, sagt Banksy. „Stattdessen haben wir einen Film gemacht, der für Street Art bewirkte, was Der weiße Hai für Wassersport tat.“ Tatsächlich hatte das Filmprojekt, aus dem Exit through the Gift Shop entstand, exakt den Karate-Kid-Effekt: Der letzte Trottel fühlte sich danach zum Meister berufen.

 

Banksy entzaubert am Beispiel Guettas den Mythos Street Art, zu dessen Entstehung er selbst beigetragen hat. Gleichzeitig reinstalliert er ihn mit der Entmystifizierung. Seine Docu- und Shockumentary ist ein Anti-Werbespot für die Fälschung Mr. Brainwash und Werbung für das Original Banksy. Kaufen soll man beim Exit through the Gift Shop. Nur vom Richtigen.

 

Mr. Brainwash verkörpert, was Underground-Kunst nicht sein will. „Andy Warhol hat Ikonen so lange kopiert, bis sie bedeutungslos erschienen. Thierry macht sie wirklich bedeutungslos“, erklärt Bankys. „Andy Warhol ist tot. Aber ich bin hier“, verkündet Guetta. Doch bei einem näheren Blick auf den doppelbödigem Experimentalfilm schrumpft Mr. Brainwash zu einem skurrilen Abfallprodukt der Symbiose von Szene-Kunst und Kunst-Szene. Kunst und Kommerz schließen einander nicht aus. Dali signierte unbemalte Leinwände, Warhol arbeitete regelmäßig mit Assistenten, Hirst verdient am Skandal. Exit through the Gift Shop regt dazu an, die inflationären Begriffe von Kunst, Künstler und Kunstszene zu hinterfragen. Der Hype um Guettas Gehirnwäsche, für die Sammler Unsummen zahlen, erscheint seinen ehemaligen Freunden von der Straße als grotesker Witz. Auf wessen Kosten sind sie nicht sicher.


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Sorry i´ve got one question does Thierry Gutta really exist or is he just an actor in this movie? thanks for answering :)
| von Paul , 28.10.2010

Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

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