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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 17:33

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - ab heute im Kino!

18.11.2010

Amüsant bis beklemmend

Harry Potter geht mit den Heiligtümern des Todes in seine vorletzte Kinorunde. Noch nicht in 3D, aber packend bis zum abrupten Schluss. Von STEFAN VOLK

 

Das Ärgerlichste vorweg: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes endet so, wie es angesichts der dreisten Marketingstrategie von Warner Bros. nicht anders zu erwarten war: mit einem „Cliffhanger“ – also mittendrin, wenn es gerade richtig spannend wird. Die gute Nachricht: Wer sich bislang auch nur ein bisschen für Joanne Rowlings Geschichte vom jungen Zauberer erwärmen konnte, der dazu bestimmt ist, sich dem personifizierten Bösen in Gestalt des dämonischen Magiers Lord Voldemort entgegenzustellen, der wird nach der Verfilmung der ersten Hälfte des siebten Bandes auch den zweiten – letzten – letzten Teil auf keinen Fall verpassen wollen. Und das nicht nur aus reiner Neugier, sondern weil die Adaption von Regisseur David Yates, der schon die letzten beiden Harry-Potter-Filme in Szene setzte, und Drehbuchautor Steve Kloves (außer bei Orden der Phönix an allen Filmen beteiligt) richtig Spaß macht.

 

Vergleiche mit den vorangegangenen Teilen fallen zwar schwer, weil die Romanserie, die mit der Einschulung des elfjährigen Harrys in das Zauberer- und Hexeninternat Hogwarts beginnt, mit ihrem Protagonisten gleichsam vom Kind zum jungen Erwachsenen heranreift. Dennoch gehört Die Heiligtümer des Todes zweifellos zu den besseren der bisherigen Verfilmungen, von denen ohnehin keine wirklich schlecht war. Dass der siebte Film sich besonders spannend entwickelt, liegt nicht zuletzt an der Dynamik der Serie. Nachdem im sechsten Teil das „dunkle Mal“ die Rückkehr des „Dunklen Lords“ verkündete, übernehmen Voldemort und seine Gefolgschaft nun die Macht. Verfolgt von ihren Häschern begeben sich Harry, Hermine Granger und Ron Weasley auf die Mission, die ihnen der große, väterliche Zauberer Albus Dumbledore vor seinem Tod übertrug. Sie müssen die „Horcruxe“ – mächtige magische Gegenstände, die Voldemort Macht und Unsterblichkeit verleihen – ausfindig machen und zerstören …

 

Vergnügen mit Abstrichen

Da die Verfilmungen nicht ganz mit dem Veröffentlichungstempo der Romane mithielten, sind die Schauspieler der drei Freunde „schneller“ gealtert als ihre Filmfiguren, was allerdings kaum unangenehm auffällt. Allenfalls Rupert Grint ist in der Rolle des unbeholfenen Rons mittlerweile vielleicht eine Spur zu groß und muskulös geraten. Insgesamt aber meistern Daniel Radcliffe, Emma Watson und Grint ihre Rollen längst wie selbstverständlich. Hermine und Ron sind mittlerweile zwar ein Paar, Ron ist aber noch immer eifersüchtig auf Harry, was stets aufs Neue für Konflikte sorgt. Dieses eigentlich recht banale Konstrukt schmückt Yates mit sanftem Humor charmant aus.

 

Überhaupt ist die gelungene Balance zwischen amüsanten, und beklemmend düsteren Elementen eine der Stärken des Films. Schön anzusehen sind die malerischen Landschaften, die das Trio bereist, indem es sich von einem Ort zum anderen „appariert“. Die vielen kleinen Gimmicks wie der „Deluminator“, mit dem Ron alles Licht um sich herum aus- und wieder anknipsen kann, sorgen für den nötigen magischen Flair. Besonders zauberhaft ist eine kleine Sequenz, in der Hermine aus einem Märchen vorliest, was in einer liebevollen Animation bebildert wird, die an die Scherenschnittfilme Lotte Reinigers erinnert.

 

Für Potter-Fans bietet der Film ein beinahe rundum gelungenes Vergnügen, das leider unvermittelt abbricht. Wer aber die Vorgeschichte nicht kennt, sollte lieber ganz von vorne beginnen. Mit etwas Glück kann er dann direkt nach dem ersten schon den zweiten „letzten Teil“ im Kino bestaunen – und das, wofür die Zeit zum Konvertieren diesmal nicht reichte, auch in 3D.


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