Als Erwachsener kann Kun Park die Bilder von verrostetem Metall nicht vergessen. In seinem leisen Dokumentarfilm Cheonggyecheon Medley kehrt der Regisseur zurück an den Ort seiner Kindheit, um das Geheimnis von A Dream of Iron zu ergründen. Das Cheonggyecheon, in dem Kun Parks Großvater Stahlarbeiter war, ist verschwunden. Moderne Architektur steht heute dort, wo sich die grauen Bauten der Stahlindustrie drängten. Historische Aufnahmen erwecken die tote Zeit zum Leben. Rauch und Stahlstaub scheinen noch in der Luft zu flirren. Die Geister der Vergangenheit werden fühlbar. Einer von ihnen ist Kun Parks Großvater.
Das Debüt über die erschütternde und faszinierende Erfahrung fundamentaler Veränderung ist ein filmischer Brief an den Toten. Seine persönlichen Erinnerungen nimmt der Regisseur als Leitfaden, um über Seouls Traum vom Fortschritt und von den Wundern der Industrialisierung zu erzählen. Familiengeschichte und Landesgeschichte verschmelzen in Cheonggyecheon Medley: A dream of Iron in dem Brenntiegel, aus dem das einstige Agrarland als Industrie-Metropole gegossen wurde.