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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 18:42

Vor 25 Jahren: Putsch auf den Philippinen

25.02.2011

Ferdinand Marcos - von Armee und Volk aus Amt und Land gejagt

Wir erleben momentan, wie sich in der arabischen Welt die Völker gegen ihre Diktatoren erheben. Vor 25 Jahren, am 25. Februar 1986, wurde in einem anderen Teil der Weil ein Diktator gestürzt: auf den Philippinen.

Von JOSEF BORDAT

 

Der Aufstand der Philippinos war zunächst eine Angelegenheit des Militärs. Als Diktator Ferdinand Marcos aber den Befehl gab, eine Kaserne mit revoltierenden Soldaten anzugreifen, solidarisierte sich das Volk mit den Aufständischen. 100.000 Menschen versammelten sich um die Kaserne und brachten die anrollenden Panzern zum Halten. Die Armee verweigerte angesichts der Proteste den Befehl des Diktators und schloss sich dem Putsch an, was Marcos, der seit 1965 das Land regierte, erheblich unter Druck setzte.

 

Weiterer Druck kam aus dem Ausland. Schließlich entzogen auch die USA unter dem damaligen Präsidenten Ronald Reagan dem Marcos-Regime ihre Unterstützung. Marcos floh in die USA (genauer: nach Hawaii), die Philippinen waren frei. Neues Staatsoberhaupt wurde Corazon Aquino, die Witwe des 1983 ermordeten Oppositionsführers Benigno Aquino. Bis 1992 hatte Corazon Aquino das höchste Staatsamt auf den Philippinen inne; sie starb 2009. Seit 30. Juni 2010 regiert ihr Sohn, Benigno Aquino III.

 

Diktator Marcos wird unterdessen noch einen schönen Lebensabend auf Hawaii verbracht haben, ehe er dort 1989 starb. Bis heute ist sein Leichnam nicht bestattet, sondern wird in einem gekühlten Glassarg in einem Mausoleum auf dem philippinischen Familiengrundstück aufgebahrt. Seine Frau Imelda will mit dieser bizarren Aktion ein Begräbnis ihres Mannes auf dem National Heroes Cemetery in Manila durchsetzen, dort, wo die anderen Präsidenten des Landes auch ihre letzte Ruhe gefunden haben. Doch ihr Mann war ein blutiger Diktator und kein ehrenwerter Präsident. Erst recht kein »National Heroe«.

 

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