»... a tale told by an idiot, full of sound and fury signifying nothing.«
(Shakespeare)
Nichts. Elisabeth Vogler ist nichts. Bis zu ihrem völligen Verschwinden ist es nur eine Frage der Zeit. Wie der Maler Johan Borg in Stunde des Wolfs wird sie sich aufgelöst haben. In Nichts aufgelöst, das Nichts, welches sie jetzt bereits ist. Ingmar Bergmann untersucht in seinem Film die Brüchigkeit einer »Persona«. Ein Filmdreh, eine Kamera. Jeder ist nur ein Schauspieler, eine Maske, eine »Persona«. Zuerst das Vorspiel: Kreuzigung. Eine Erektion. Das Lamm. Allerheiligen. Auferstehung. Dann das Drama in drei Akten. Schweigen.
In einer Vorführung von Elektra hört die Schauspielerin Elisabeth Vogler (Bibi Andersson) plötzlich auf zu sprechen. Die junge Krankenschwester Alma (Liv Ullmann) wird beauftragt, sich in Elisabeths Sommerhaus um sie zu kümmern. Freimütig erzählt Alma ihrer aufmerksamen Zuhörerin von sich. Immer privater werden ihre Geständnisse. Ein heimlich geöffneter Brief Elisabeths enthüllt Alma, dass Elisabeths Freundschaft nur eine Maske ist, hinter der Verachtung lauert. Der Bruch zwischen den Frauen zerreißt fast den Film. Die Rollen sind nun klar definiert. Das Stück nimmt seinen Lauf.
Alma erscheint als eine der mächtigsten Figuren in Bergmans Œvre, die eine Existenz durch ihre Zuwendung erschafft und dann durch ihre Abwendung auslöscht. Ihr Schweigen ist ein tonloser Schrei. Ein Nein, klarer als es Worte sein könnten.