Doomsday-Devices wider Willen
Dreiundzwanzig Jahre vor einem nicht näher genannten Datum werden zeitgleich zwölf seltsame Kinder mit violetten Augen, blasser Haut und übernatürlichen Kräften geboren. Sechs Jahre später stehen der Planet und damit große Teile Londons unter Wasser. In der postapokalyptischen Gegenwart beschützen elf der inzwischen erwachsenen Freak Angels eine kleine Gemeinde von Überlebenden mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten.
Motiviert durch das Wissen, dass sie selbst den Untergang der bekannten Welt zu verantworten haben, machen sie die einzigen trockenen Fleck in London, den Stadtteil Whitechapel, zu einer Oase inmitten einer von Salzwasser gefluteten Wüste. Doch wo relativer Wohlstand ist, da sind immer auch Neider, die bereit sind sich das Stückchen Paradies mit Waffengewalt unter den Nagel zu reißen.
Große Teile des ersten Bandes zeigen das beschauliche Leben in Whitechapel: Erdbeeren wachsen auf einem Dachgarten, auf dem Markt bieten die Bewohner Waren feil und der dampfbetriebene Wasserwagen bringt lebensspendendes Nass direkt vor die Haustür. Was würde Mad Max jenseits der Donnerkuppel für ein paar Erdbeeren und einen Schluck Wasser geben? Gelegentlich stören Einzelgänger auf Rachefeldzug und marodierende Banden die Idylle, doch darauf reagieren die selbsternannten Beschützer von Whitechapel ziemlich rabiat.
Warren Ellis ist Experte in Sachen überspitzter Gewaltdarstellung und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass trotz aller Beschaulichkeit in Freak Angels die Fetzen fliegen: Dampfbetriebene Maschinenkanonen reißen fußballgroße Löcher und Hirn verteilt sich großzügig in der Landschaft. Der Band ist eine kuriose Kombination aus ruhigen Bildern, fluchenden Freaks und dampfgetriebener Massenvernichtung.