TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Eli Pariser: Filter Bubble Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Donnerstag, 24. Mai 2012 | 20:01

Tournee - On Tour - ab heute im Kino!

08.09.2011

Die Show muss weitergehen!

Tournee ist kein Film. In Wahrheit ist das Porträt einer sich durchschlagenden Burlesque-Truppe nur eine Episode; ein Kapitel einer Geschichte, die nicht ganz erzählt werden kann, weil sie nicht abgeschlossen ist. Das Leben, das sie geschrieben hat, schreibt weiter an ihr. Einen Augenblick davon kann Tournee erhaschen. Backstage. On Stage. On Tour. Matthieu Almaric späht in seinem in Cannes mit dem Fipresci-Preis gekrönten Werk durch den Vorhang auf die tragisch-komische Striptease-Show. Federn, Pailletten, Glamour, alles nur aufgeklebt wie die falschen Wimpern – für einen Augenblick Rausch, Lust und Illusion. Und für das Publikum. LIDA BACH saß darin.

 

Tournee hält sich nicht zurück. Ungeniert beginnt er im Intimbereich der Akteurinnen und enthüllt ihn so selbstverständlich wie die Protagonistinnen allabendlich auf der Bühne. Das Enthüllen ist die Spezialität der Cabaret New Burlesque, welche die alternden drallen Ladies als eine fantastische Kreation voller Temperament, Verve und Sex neu erfunden haben. Den persönlichsten Moment erzielt Almaric zu Beginn seines herzzerreißend fröhlichen und beflügelnd traurigen Revue-Films, wenn er die Darstellerinnen in der Garderobe zeigt. Niemals kommt er dichter an sie heran, die auf der Bühne gleichzeitig zum Greifen nah und ungreifbar scheinen; die fast alles zeigen und dabei fast nichts von sich selbst preisgeben. In den Umkleideräumen sind sie für ein paar Momente ungeschminkt, unfrisiert und manchmal unsicher, bevor sie sich in die strahlenden Geschöpfe voller Selbstbewusstsein und Esprit verwandeln, die im Rampenlicht stehen: Mimi Le Meaux, Dirty Martini, Kitten On The Keys, Julie Atlas Muz, Evie Lovelle.

 

Ladies of Burlesque

Sie alle spielen sich selbst oder eine Variation ihrer selbst. Kokett tänzeln die Protagonistinnen von der Fiktion in die Realität und drehen eine Pirouette in der Mitte. Die Bühne ist die Brücke zwischen Wirklichkeit und Illusion, die auf der Leinwand eine prickelnde Liaison eingehen. Wenn die Cabaret New Burlesque auftritt, ist dies dann fiktional, weil die reale Show für ein Drehbuch nachgeahmt wird? Lässt sich eine solche Show überhaupt nachahmen oder ist sie zwangsläufig wirklich, weil der Akt des Vorführens die Vorführung erst zu dem macht, was sie ist: eine Show? Nur eines ist gewiss – die Show muss weitergehen! Le Havre, Nantes, Bordeaux. Unterwegs verführen die Akteurinnen Gelegenheitsbekanntschaften, irritieren Hotelgäste und streiten sich mit ihrem Manager.

 

»It´s bump and grind, bump and grind,

All the time bump and grind

Let´s go, On with the show!«

(David Rose)

 

Matthieu Almaric macht sich mit selbstironischer Einsicht zu diesem Joachim, der Hauptfigur der Handlung ist und dennoch Nebendarsteller gegenüber der faszinierenden Burlesque-Truppe bleibt. So freimütig wie auf der Bühne tanzen ihm seine Stars auf der Nase herum. »Das nervt mich langsam!«, beklagt sich der geschiedene Familienvater. Langsam nervt es auch das Publikum, doch bevor Tournee zur kreischenden Nummernrevue wird, bröckelt die unbeschwerte Fassade. Mimi unterdrückt Tränen, als ein Assistent den Wunsch seiner Tochter nach »Leben« verspottet. Wenn sich selbst das sprühende Potpourri aus Improvisation und Spontanität nicht wie Leben anfühlt, ist das Leben dann nur eine »leere Hülle«? So nennt die Revue-Gruppe das heruntergekommene Hotel, in dem die Tournee anstelle von Paris endet. Almarics schillerndes filmisches Vaudeville blickt nicht zurück, nur nach vorn: »Who cares? We have to keep on going.«

Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Feier der Tonalität

Bei den großen Musikfestivals, in Salzburg, Luzern oder Verbier, kommt Jazz, wenn überhaupt, allenfalls als Kuriosität am Rande vor, am ehesten noch in der Gestalt des »Third ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Augenblicke des »alten Europa«

Tony Judts literarischer Gang durch sein Chalet der Erinnerungen.

 

Von WOLFRAM SCHÜTTE

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

Galgenmännchen auf Finnisch

Freiheitsdrang und Träume können riskant sein. Wie riskant, muss der 12jährige Taifun erfahren, der zu seinem eigenen Besten in eine besondere Schule geschickt wird, dem Haus der ...

Kind sein, der moderne Vollzeitjob

Nur das Beste für das Kind, wer wünscht sich das nicht? Vorhalten soll das Beste auch, vorzugsweise ein Leben lang. Dafür müssen Grundlagen gelegt, das Kind rundum ...

Das Leben ist nicht Wünschdirwas

Eine dieser Autorinnen mit den Doppelnamen: Katrin Marie Merten hat nach Gedichten jetzt auch Prosa veröffentlicht: Rückwärtslaufen. Von PEGGY NEIDEL

Das Leben ist nicht Wünschdirwas

Eine dieser Autorinnen mit den Doppelnamen: Katrin Marie Merten hat nach Gedichten jetzt auch Prosa veröffentlicht: Rückwärtslaufen. Von PEGGY NEIDEL

Garten Eden vor der Haustüre

Sie heißen Tigerella, Gelber Squash oder Rote von Paris. Sie gehören alten Sorten an, die oftmals in Vergessenheit geraten sind – doch ihre Farben-, Formen- und Geschmacksvielfalt ...