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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 20:20

Arkham Asylum: Madness

28.07.2011

Der bunte Wahnsinn

Es ist zum wahnsinnig werden. Da hat Sam Kieth mit Arkham Asylum: Madness einen wunderbar bunten Comic gestaltet, doch die Geschichte geht in einer Vielzahl von Erzählern unter. Von DANIEL WÜLLNER

 

Jedes Haus hat seine Geschichte, so auch die Irrenanstalt von Gotham City. Vor 37 Jahren öffnete Autor Dennis O'Neil in Batman #258 das erste Mal die Pforten von Arkham Asylum. Seitdem vegetieren dort Batmans Widersacher vor sich hin. Den wirklichen Horror brachten aber erst Autor Grant Morrison und Illustrator Dave McKean nach Arkham. Was die narrative Präsentation, die grafische Darstellung und das Lettering angeht, ist ihr Arkham Asylum: A Serious House on Serious Earth kaum zu übertreffen. Sam Kieth (The Maxx) muss verrückt sein, sich mit Arkham Ayslum: Madness ein weiteres Mal in die Irrenanstalt einweisen zu lassen.

 

Herrlich schizophren

Statt sich selbst einweisen zu lassen, schickt Kieth an seiner Stelle die Pflegerin Sabine nach Arkham. Um ihre Familie finanziell zu unterstützen, hat sie dort einen Job angenommen. Nach der Verabschiedung von Mann und Kind versteckt sie alle ihre weiblichen Attribute, kleidet sich in eine grüne Uniform und wird für einen Tag und eine Nacht zu einem Teil von Arkham Asylum.

 

Die erzählerische Einführung ins Irrenhaus funktioniert durch geschickte Perspektivwechsel. Kieth erzeugt eine grafische Anziehungskraft, die Sabine und den Leser dazu bringt, neugierig in jede Zelle zu blicken, jeden Insassen verstehen zu wollen. Diesem naiven Blickwinkel steht die Introspektive des Insiders, des Jokers, gegenüber. Er steht über allen Dingen, die in Arkham vor sich gehen und gleichzeitig kümmert er sich um seine kleinen Spielereien: Jokers Scherzartikelsammlung, die im Zentrum der Handlung steht, setzt Kieth mit seinem Faible für Nostalgie in Szene. Solange diese beiden Perspektiven alternieren, funktionert der Comic.

 

Grafisch verstörrend

Zwar ist der Zusammenbruch der Ordnung ein regelmäßig wiederkehrendes Motiv in allen Arkham Asylum-Comics, doch hier bricht nicht der Horror aus, sondern das narrative Gefüge auseinander. Holperig wird die Handlung, als sich auch die anderen Insassen zu Wort melden und entfalten wollen. Das narrative Hin und Her geht in einer Vielzahl von Stimmen unter und die Geschichte franst aus.

 

Überdeutlich wird diese Tatsache an den captions in Arkham Asylum: Madness. Die Textboxen wollen einfach nicht zu den restlichen visuellen Darstellungen passen, sondern wirken eher wie Fremdkörper in der Irrenanstalt. Zunächst sind es nur die giftgrünen Kästen des Jokers und die hellblauen von Sabine. Keine Erklärung wird geliefert, waum der Text in den grünen Kästen mal weiß und mal gelb ist. Auch wenn sich nur die grünen und blauen Kästen sowie Sabine und der Joker beim Showdown treffen, hat das Orchester der Verrückten bereits den Fluss einer kohärenten Erzählung unterbrochen.

 

Als inoffizielles Sam Kieth-Artbook funktioniert der Arkham Asylum: Madness sehr gut. Doch eine ausgefeilte Geschichte, die den Horror hinter den Mauern von Arkham Asylum vermittelt, bietet der Comic nicht.

 

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