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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 20:35

Fliegende Fische müssen ins Meer - ab heute im Kino!

25.08.2011

Fisch aus dem Wasser

Das Leben in der Provinz ist gar nichts so übel. In Wirklichkeit ist dort nämlich echt was los. Findet Roberta. Mögen die Reihenhäuschen noch so adrett nebeneinander stehen, mögen schäbige Fassaden und verkrampfter Schick soziale Tristesse und Bigotterie noch so laut hinausschreien, das deutsche Dorfleben am Hochrhein an der Grenze zur Schweiz besitzt großes dramatisches Potential, das nahezu unergründet ist. Findet Güzin Kar. Die alleinerziehende Mutter (Meret Becker) ist die Hauptfigur des romantisch angehauchten Provinzklamauks, der alles, was Regisseurin und Drehbuchautorin und Roberta an Lebensweisheit aufzubieten haben, im Titelsatz zusammenfasst: Fliegende Fische müssen ins Meer. Von LIDA BACH

 

»Dich kann man nicht mehr erniedrigen. Du bist schon ganz unten«, sagt Nana (Elisa Schlott) ihrer Mutter. Wie zutreffend die Meinung der 15-Jährigen ist, die sich statt der desinteressierten Roberta um ihre beiden Geschwister kümmert, führt der Alltag der verplanten Arbeitslosen und ihrer vernachlässigten Kinder vor. Während Nanas kleine Schwester Tatjana (Alia Duncan) im Karate-Anzug der Provinzwelt entgegentritt, als habe sie dem Leben den Kampf angesagt, steigert sich der Jüngste Toto (Joseph Sunkler) in Hypochondrie. Das unterschiedliche Aussehen der drei Kinder verweist auf die Folgen der Reisebegleiterinnentätigkeit der alternden Mutter Nanas, die durch One-Night-Stands mit internationalen Geschäftsreisenden einen lukrativen Auslandsjob zu ergattern hofft. »Wer will in China schon Roberta?«, rätselt Nana angesichts der Erfolglosigkeit der unkonventionellen Karrierebemühungen ihrer Mutter.

 

Mama ist unmöglich

Wer will überhaupt schon Roberta? Mit ihrer Mischung aus intellektueller Unreife und physischer Überreife vergrault sie ihre Partner schon nach dem ersten Abend. »Vielleicht sollten wir sie einschläfern«, überlegt Tatjana, bevor Nana es auf den Punkt bringt: »Roberta, du bist das Problem.« Letzteres gilt nicht nur für die Kinder, sondern für den abgeschmackten Humor der witzlosen Mixtur aus Provinzposse und Familienkomödie. Fliegende Fische müssen ins Meer zeige ehrlich und schonungslos das Leben einer alleinerziehenden Mutter, behauptet Kar, während der krude Plot ein Klischee von der verkorksten Familie mit Herz und den kuriosen Wucherungen dörflicher Spießigkeit an das nächste reiht. Das Jugendamt droht Roberta zur Räson zu bringen, die Töchter nehmen ohne Mamas Wissen die Suche nach einem Stiefvater in die Hand, der neue Dorfarzt Eduardo (Barnaby Metschurat) könnte der Richtige sein, aber tatsächlich ist es der alteingesessene Damenchorleiter (Hans-Peter Müller-Drossaart).

 

Die Überforderung der Jugendlichen, die ihre Familie durch Bettelgänge im Ort über Wasser hält und Berufsträume vom großen Wasser, dass sie als Hochseekapitänin befahren möchte, aus selbstschädigendem Verantwortungsgefühl gegenüber ihrer egoistischen Mutter und den Geschwistern zurückstellt, erscheint als trotziger Affront Nanas gegen Robertas Verhalten. Dass die vulgäre Proletin die systematisch die Gefühle anderer verletzt und ihre geistige und finanzielle Unterlegenheit kompensiert, indem sie ihre Mitmenschen herabsetzt, soll als Lebenslust und Lockerheit gelten. Die emotionale und soziale Verwahrlosung der Kinder trivialisiert der Liebesschwank so weit, dass selbst der Selbstmordversuch Nanas zur Folie für abgeschmackten Humor ohne dramaturgische oder psychologische Konsequenzen verkommt.

 

Das Leben ginge weiter, erstickt Nana umgehend: »Mit seinen kleinen Pannen und Freuden.« Zu letzten zählt der plumpe Klamauk, der die provinzielle Mentalität, die er vorführen will, zur abschließenden Morallektion erhebt. Wozu nach den Sternen greifen? »Die sind zum Glück weit weg!« Alles könnte so einfach sein, fantasiert Nana einmal während eines ihrer die Handlung durchziehenden Tagträume: »Man würde weggehen und alles wäre still. Endlich wäre Ruhe.« Nicht anders denkt man als Kinozuschauer.

 

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Wer solch einen geschwurbelten Mist zusammenschreibt wie hier im Artikel, sollte lebenslanges Schreibverbot kriegen. Das ist mehr Zickenkrieg als Filmkritik.
| von Terminator, 27.08.2011

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07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
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