Psychologische Schlachtfelder
Die stumme Eingangssequenz zeigt ihn als Gefangenen seiner existentiellen und seelischen Leere, die so abrupt in Gewalt umbricht wie das gärende Komplott um ihn herum. Schleichend entgleiten ihm seine Selbstkontrolle und die deprimierende Realität. Adaptieren kann er sich im Gefecht, nicht im Alltag. Der Krieg gegen den Terror tobt in seinem Inneren; indem er sich für das Geheimkommando, dem auch sein einstiger Kampfgefährte Danny (Tom Broke) und dessen Bruder Chris (Tony Curran) angehören, rekrutieren lässt, externalisiert er ihn nur.
Robert kämpft für sein Land und den Finanzier Gerry Langdon (Brian Cox), der so undurchsichtig ist wie die Agentin Alanya (Adi Bielski), die beim Infiltrieren der avisierten Terroristenorganisation ihre Sympathien verlagert haben könnte. Robert kämpft gegen den Feind, der überall und in jedem lauern kann, und den Feind in seinem Inneren. Das Spielfeld hat sich geändert, die Regeln sind die gleichen geblieben. Kriegsheimkehrer Robert kennt sie nur zu gut, und Langdon ist nicht der einzige, der von dessen Kampferfahrung profitieren will.
Der den Drogenhandel und das Wohnviertel kontrollierende Bandenführer Jones (Ashley Thomas) stellt Robert das Diktum des »Für uns oder gegen uns«. Mit sarkastischer Akkuratesse erklärt Jones, dass sie im Grunde an gleicher Front kämpften, für den Zugriff des Westens auf arabisches Opium. In ihrem Kontrollanspruch und Profitstreben wird die Drogengang als schädigender Eindringling im Wohngebiet zur Metapher für die amerikanische Militärpräsenz im Irak. Organisiertes Verbrechen und organisierte Kriegsführung werden zu zwei Seiten der gleichen Medaille: Auffangbecken für die gebrochenen Existenzen, zu denen Robert und Danny genauso gehören wie Roberts Freund Farhad (Ivanno Jeremiah) und dessen krimineller kleiner Bruder (Eboseta Ayemere).
Gemeinschaft, Zusammenhalt sind nur hohle Worte auf Flugblättern, die sich für Robert nur im Erhalt des soldatischen Schemas in erfüllen. »Wir verdienen weiter Geld, während die Welt brennt«, sagt Langdon zynisch, dessen tatsächliche Ziele so unscharf sind wie Roberts Blick auf die Ereignisse.