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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 20:45

Final Destination 5 - ab heute im Kino!

25.08.2011

Warte nur, bald ruhst auch du!

Die häufigsten Unfälle geschehen im Kino. Niemand entkommt seiner »Final Destination«, dank des von Steven Quale inszenierten fünften Teils des bitterbösen Horror-Franchise, das in der zweiten 3D-Fortsetzung endgültig den Übergang von der Gruselkomödie zur Splatter-Comedy vollzieht. Das Schicksal der Figuren ist so unausweichlich wie der Ausgang. Dass ein ominöser Leichenbestatter dem jungen Angestellten Sam und seinen Kollegen folgt, soll als unheilvolles Vorzeichen gelten, doch scheint tatsächlich reine Berufslogik. Den »glücklichen Acht«, die dank einer Vorahnung Sams (Nicholas D`Agostino) einem Brückenunglück entkamen, folgt der Sensenmann – wohin sie auch gehen. In Final Destination 5 herrscht das Gesetz der (Mord-)Serie: »Der Tod lässt sich nicht gern betrügen.« Von LIDA BACH

 

Wenn der Bestatter, der mit den Protagonisten, den Zuschauern, ohne Vorkenntnisse die Handlungsphilosophie der Mischung aus Horror-Parodie und Splatterfilm verrät, von Candyman-Darsteller Tony Todd verkörpert wird, können die Turnkür, das Feierabend-Rendezvous im Restaurant und die Aufsichtsschicht im Stahlwerk nicht gutgehen. »Wir werden alle sterben!«, verkündet Sam richtungsweisend, und sein Kollege Nathan (Arlen Escarpeta) ulkt: »Ich sehe tote Menschen.« – genau wie das Publikum. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie und wann es Candice (Ellen Wroe), Olivia (Jaqueline MacInnes Wood) und die anderen erwischt. Auf dem Schwebebalken mit dem winzigen Nagel, der Matte mit dem beschädigten Hochspannungskabel, dem bedrohlich quietschenden Stufenbarren? Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

 

Death takes no Holiday

Um die Opferquote zu maximieren, sterben die Figuren gleich zweimal, gemeinsam in Sams warnender Vision und nacheinander in den heimtückischen Fallen, die sie an den jenseitigen Bestimmungsort bringen. »Ich denke, wir hätten auf dieser Brücke nicht überleben sollen und nun berichtigt das jemand«, erklärt Sam dem Inspektor (Courtney B. Vance), der die mysteriöse Häufung bizarrer Unfälle beobachtet. »Das ist alles, was dir einfällt?« Nein, es ist auch alles, was der Handlung einfällt. Er habe das alles schon einmal gesehen, bemerkt Sam. Vermutlich im trotz seiner dramaturgischen Absurdität erfolgreichen ersten Final Destination und dessen vier Sequels. Von den erfindungsreichen Todesarten lässt sich Sams scharfsinnige Erkenntnis kaum behaupten, umso mehr hingegen vom Plot.

 

Final Destination 5 folgt geflissentlich dem Schema seiner Vorbilder im Horrorkino wie Saw und Scream: Ist das Serienkonzept nach ein paar Folgen etabliert, lässt sich die Handlung auf das Essentielle reduzieren. »Now it's kill or be killed!«, erkennt Peter (Miles Fisher). Sams selbstgefälliger Vorgesetzter und unerklärlicherweise auch augenscheinlich bester Kumpel kommt als erster der Protagonisten auf den Gedanken, die Rechnung mit dem Tod auf eigene Weise zu begleichen. Denn wenn die Sense des grimmigen Schnitters bei ihren Hieben nach den Protagonisten nebenbei Dutzende andere Opfer fordert, zählt für das Jenseits offenbar mehr die Zahl der Opfer als deren Persönlichkeit. Quale begeht nicht den Fehler seine Protagonisten, die kaum mehr als Figuren statt glaubhafter Charaktere sind, so sympathisch zu machen, dass ihr Verscheiden nicht ungeniertes Vergnügen bereitet.

 

Tausend Tode sterben

Der Laser zur Augenkorrektur entpuppt sich als fieser, als der, mit dem »Goldfinger« James Bond traktierte und selbst eine Thai-Massage ist nicht mehr sicher. Das Glück der nach dem Überleben des Brückenunglücks »glücklichen Acht« Genannten ähnelt dem des Maurers, der mit einem Kollegen vom Baugerüst stürzt. Der eine hat Pech und zerschellt am Boden, der andere bleibt mit dem Auge an einem rostigen Nagel hängen – vorerst. Denn so einfach springt in Final Destination 5 dem Tod keiner von der Schippe. Bis zu den finalen originellsten Abdankungen und einen Schlusssong von AC/DC, der die Prämisse des unterhaltsamen Splatter-Trash und deren Erfüllung zusammenfasst: »If You want blood (You´ve got it)«.

 

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