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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 20:48

Die Schlümpfe - im Kino!

18.08.2011

Verschlumpft nettes Filmchen

Irgendein Jubiläum gibt es ja immer. Dreißig Jahre ist es zum Beispiel her, dass in den USA die Fernsehserie zu den Comicfiguren des belgischen Zeichners Peyo auf Sendung ging. Aber reicht das als Grund aus, die kleinen blauhäutigen Zipfelmützenträger jetzt noch mal aus ihren beschaulichen Pilzhäuschen und auf die große Leinwand zu scheuchen? Von STEFAN VOLK

 

Sind die niedlichen Schlümpfe im Zeitalter von aufgestylten Feen, stinkenden Olchis und coolen Vampiren als kindliche Identifikationsfiguren nicht eigentlich ganz schön verstaubt? Die Antwort lautet: nein. Denn, selbst wenn sie es waren, spätestens nach 86 turbulenten Kinominuten, in denen sie in New York auf fahrende Autos springen, ihre Mützen zu Fallschirmen umfunktionieren, zu sechst einen erwachsenen Mann fesseln oder auf einem Skateboard ein komplettes Kaufhaus auf den Kopf stellen, sind sie es nicht mehr.

 

Cineastische Innovationen sollte man von Raja Gosnell, zu dessen »Oeuvre« als Regisseur bislang vor allem Stangenwarenkino in der Art von Big Mamas Haus, Scooby-Doo oder Beverly Hills Chihuahua zählte, nicht gerade erwarten. Und natürlich sind Die Schlümpfe pures Popcornkino. Aber Gosnell und seinem Team gelingt es, die Schlümpfe ins neue Jahrtausend zu überführen, ohne sie dabei ihres nostalgischen Charmes zu berauben. Ein ganz schön schlumpfiges Kunststück.

 

Klug bis ärgerlich

Alles fängt damit an, dass Clumsy, der Tollpatschschlumpf, heimlich die Dorfgrenze übertritt und dabei dem bösen Zauberer und Schlumpfjäger Gargamel in die Arme läuft. Gargamel (Hank Azaria), der aus Haaren und Tränen der Schlümpfe eine magische Essenz brauen möchte, überfällt daraufhin das Dorf der kleinen Wichte. Angeführt von Papa Schlumpf gelingt einer Handvoll Schlümpfe die Flucht durch einen magischen Strudel, der sie direkt in den New Yorker Central Park und damit aus der idyllisch animierten Märchenwelt in eine hektische Großstadtrealität katapultiert. Und auch ihre Verfolger, Gargamel und seine fiese Katze Azrael, lassen nicht lange auf sich warten. Der Mix aus animierten Schlümpfen und Realfilm geht fast reibungslos auf. Auch der 3D-Effekt ist technisch sauber, ohne aber zu überwältigen. Der große Pluspunkt des Films ist jenseits optischer Feinheiten das dramaturgisch klug durchdachte Drehbuch.

 

Unterschlupf finden die sechs Schlümpfe, Papa Schlumpf, Schlumpfine, Schlaubi, Muffi, McTapfer und Clumsy schliesslich beim Werbedesigner Patrick Winslow (Neil Patrick Harris) und seiner schwangeren Frau Grace (Jayma Mays). Weil Patrick Karriere und Familie nicht so recht unter einen Hut zu kriegen versteht, kommen die munteren Schlümpfe da gerade recht. Mit ihrem treuherzigen, träumerischen Wesen demonstrieren sie Patrick, was wirklich im Leben zählt. Und für ein paar aufmunternden Worte vom erfahrenen Papa Schlumpf zum Bald-schon-Papa Patrick bleibt zwischen etlichen aufregenden Verfolgungsjagden auch noch Zeit. Diese liebenswerten, aber auch kitschigen Momente runden den kurzweiligen Familienfilm ab. Ein wenig schade ist nur, dass es die Schlümpfe ausgerechnet mal wieder zu einem der führenden kreativen Köpfe in New York verschlagen muss. Eine ganz normales Paar hätte es zur Abwechslung doch auch mal getan. Und richtig ärgerlich ist das stellenweise geradezu penetrante Product-Placement. Dadurch erhält das eigentlich verschlumpft nette Filmchen doch noch einen schalen Beigeschmack.

 

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