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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 21:45

A Brushfire Holiday - This Warm December

15.12.2011

Werft Sand untern Tannenbaum!

Bekanntlich wird pünktlich vor dem Weihnachtsfeste eine Vielzahl nigelnagelneuer Alben unters Volk beziehungsweise unter den Weihnachtsbaum gebracht. Und weil es die Jahreszeit nun einmal so mit sich bringt, wird sich bei einem gut Teil der Platten auf die Überarbeitung des für diese Jahreszeit so beliebten Liedguts beschränkt. Doch es gibt Hoffnung, meint TOM SCHOENER.

 

Der rotnasige Rudolph wird in gleicher Weise wie die lieben Engelein, der weiße Schnee und die klingenden Glöckchen zum ichweißnichtwievielten Male besungen. Selbstredend ist der Anspruch der meisten Interpreten dabei, etwas ganz Einzigartiges noch nie Gehörtes zu schaffen. Infolgedessen wird neu arrangiert, variiert und ausprobiert, bis die Gänseschwarte kracht. Mit dem primär in den Staaten beheimateten Weihnachtspopgedöns komplettiert sich nun die musikalische Marter, der wir für mindestens vier Wochen nicht entfliehen können.

 

Eine musikalische Alternative zum weihnachtlichen Mainstream Klingeling und Tätärätäh stellt indes die Zweitauflage von A Brushfire Holiday – This warm December dar. Musikkenner ahnen bereits, dass sich dahinter das Strand-und-Meer-Kollektiv um die Herren Jack Johnson, Matt Costa und G. Love verbergen könnte. Auf der Compilation befinden sich 13 Weihnachtssongs, wie sie wohl nur unter freiem Himmel entstehen können. Es verwundert daher kaum, dass jeder Song auf dem Album mit der musikalischen Leichtigkeit eines Flipflop-Trägers daherkommt. Statt mit schwerem Bläsergeschütz aufzufahren, gibt es hier und da ein wenig Mundharmonika, ein Kontrabass spielt dezent im Hintergrund und vor allem gibt es anständig Akustikgitarre und Ukulele auf die Ohren.

 

This Warm December beinhaltet mehrheitlich neue Songs, wobei jene des wohl populärsten Künstlers der Platte – Jack Johnson –, sind sie auch unbenommen gut, noch nicht einmal die musikalischen Leuchttürme des Samplers sind. Vielleicht war es Zufall, aber Party Hard von Zach Gill als Opener auszuwählen, kann man nicht anders als einen sehr geschickten Schachzug des Labels nennen. Nach diesem Song nimmt man das Album definitiv nicht mehr aus der Musikanlage. Wenn man es zudem noch wie Zee Avi schafft, einen weihnachtlichen Gassenhauer wie Frosty the Snowman auf derart charmante Art und Weise vorzutragen, hört man sich diesen auch noch das abertausendste Mal an.

 

Wie der vor drei Jahren veröffentlichte und nicht minder hörenswerte Vorgänger werden 25 Prozent des Gewinns für gemeinnützige Zwecke gespendet. Also schüttet weißen Sand unter den Tannenbaum, tauscht die Winterstiefel mit den Flipflops – Weihnachtsmusik kann so schön sein!

 



 

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Von WOLFRAM SCHÜTTE