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Donnerstag, 09. Februar 2012 | 14:54

 

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Sarrazin erklärt sich - mal wieder

30.08.2010

Nicht hinreichend präzise

Auch in seiner heutigen Erklärung verschanzt sich das Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank hinter Forschungsergebnissen und rudert damit mal wieder nur halbherzig zurück. Dieses Muster ist uns nicht erst seit dem ZEIT-Interview vom vergangenen Donnerstag bekannt. Hier sein heutiger Erklärungstext in voller Länge:

 

Eine Interview-Äußerung von mir vom 29. August 2010 hat für Irritationen und Missverständnisse gesorgt, die ich bedauere. Als ich sagte, dass „alle Juden ein bestimmtes Gen teilen“, habe ich mich nicht hinreichend präzise ausgedrückt.


Ich bezog mich mit meiner Äußerung – wegen der Interviewsituation leider verkürzt – auf neuere Forschungen aus den USA. Ich bin kein Genetiker. Aber ich habe zur Kenntnis genommen: Aktuelle Studien legen nahe, dass es in höherem Maße gemeinsame genetische Wurzeln heute lebender Juden gibt, als man bisher für möglich hielt.

 

Damit ist keinerlei Werturteil verbunden, damit ist auch nichts über eine wie auch immer zu verstehende „jüdische Identität“ ausgesagt. Die Frage, was aus möglichen genetischen Übereinstimmungen von Bevölkerungsgruppen zu schließen ist, ist vollkommen offen. Entscheidend für politische und wirtschaftliche Sachverhalte, die im Zentrum meines Buches stehen, sind kulturelle Faktoren.


Über diese Forschungsergebnisse hatte ich im Berliner „Tagesspiegel“ gelesen, davor hatte die New York Times darüber berichtet – und viele andere Medien auch. Die beiden von einander unabhängigen Studien wurden in den renommierten Fachzeitschriften „Nature“ und „American Journal of Human Genetics“ im Juni 2010 veröffentlicht.


Wenn neue genetische Forschungen zeigen, dass viele heutige Juden zahlreiche Gene von einer ursprünglichen jüdischen  Bevölkerungsgruppe, die vor etwa 3000 Jahren im Nahen Osten lebte, gemeinsam haben, ist das zunächst einmal interessant. Politisch ist diese These neutral. Um eine rassistische Äußerung handelt es sich nicht.


Thilo Sarrazin

 

 

So sehr hier auch versucht wird, die Künste der Rhetorik zu bemühen, so sehr wird eben auch das Gefühl des "Herausredens" bestärkt. Und dass sich Herr Dr. Sarrazin inzwischen sogar die eigenen Bewertungskriterien strickt (Politisch ist diese These neutral.), zeigt nur allzu deutlich, wie es um die Sensibilität und Selbstgerechtigkeit dieses Mannes bestellt ist: Sie stehen in einem sehr ungünstigen Verhältnis zueinander.

 

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