Man könnte jetzt die Legenden reproduzieren, davon, wie eigentlich Ginger Baker der Schlagzeuger von Led Zeppelin werden sollte, John Bonham ihn aber einfach wegdrummte, davon, wie er sich seine Telegramme nicht nach Hause, sondern in seinen Lieblingspub schicken ließ, oder davon, dass er auch mal einen eigenen Pub kaufte, und die Theke so umbauen ließ, dass er mit dem Auto bis dahinter fahren konnte. Es gibt tausende solcher Geschichten.
Es gibt aber auch tausende Youtube-Videos von diesen unglaublichen Bonham-Soli, bei denen man das Gefühl hat, er wüsste nie so ganz genau, was er jetzt als nächstes machen sollte, als hätte er eigentlich keine Ahnung, wie er mit diesen ganzen Trommeln klarkommen soll, das aber mit einer wahnsinnigen Sicherheit, die immer nur die immer bis ganz kurz vors Umklappen führt. John Bonhams Geheimnis war nicht seine Technik, obwohl die bis heute kopiert wird, es war nicht sein Sound, obwohl der legendär ist, es war, schlicht und einfach, der Groove, den er im Blut hatte, sein Gefühl für die Geräte, hinter denen er saß: John Bonham versteckte sich nicht hinter dem Schlagzeug. Er verschmolz damit.
Heute vor 30 Jahren trank John Bonham – ganz der Rockschlagzeuger - vier vierfache Wodka zum Frühstück, bevor er zu den Proben für eine Led-Zeppelin-Tour fuhr, und trank bei den Proben weiter. Da kam er aus dem Takt: Er erstickte ein paar Stunden später an seinem eigenen Erbrochenen. Er war 32, fünf Jahre zu alt für einen Rock’n’Roll-Tod. Aber vielleicht gelten solche Kategorien in seinem Fall einfach nicht.