,,Quote me by saying I was misquoted."
Der aufgemalte Schnauzbart, die niemals angezündete Zigarre, sein der Schwerkraft spottender Gang wurden zu unverkennbaren Markenzeichen. Doch nichts war so grouchomarxistisch wie sein Witz. Als „wahnsinnig gewordene Vernunft“ bezeichnete Groucho den Humor einmal. Der Wahnsinn der Marx Brothers hatte Methode. Vaudeville war ihre Welt. Ihre Filmklassiker bestehen aus Aneinanderreihungen von Sketchen, unterbrochen von Gesangsnummern. Brillanter Bühnenzirkus. Bravouröse Burleske. Jeder der drei verkörperte einen definitiven Charakter. Chico den mit pseudo-italienischem Akzent sprechenden Trickser, Harpo das wortlose Es. Groucho war der Hauptdarsteller, dem die meisten Witze gehörten, aus dessen Mund die unvergesslichsten Sprüche kamen. Wenn nicht militärische Ehren oder aufmarschierende Diener Grouchos Filmfiguren ankündigten, war es ihr skurriler Name.
Ideale Einführung in den marxistischen Humor ist ein 2007 erschienener 192 Seiten umfassender Bildband des Taschen-Verlags. Der in der Reihe ICONS erschienene dreisprachige Band Marx Bros. feiert ihre Kunst in Bildern. Eine kurze Einleitung stellt die Künstler vor. Eine Zeittafel und eine Filmografie liefern einen Werküberblick. Bekannte Sketche ergänzen Standbilder aus geschnittenen Filmsequenzen, Behind-The-Scenes Fotos und Privataufnahmen. Auf einer Aufnahme aus Love Happy hält Groucho darin eine junge Schauspielerin umschlungen, die er für ihren Kurzauftritt nach ihrem Gang auswählte. Seine Traumfrau rede wie George S. Kaufmann und sähe aus wie sie: Marilyn Monroe. „Someone who can see through women misses a lot.“, sagte Groucho. Er musste es wissen. Groucho war dreimal verheiratet und dreimal geschieden.