In der serbischen Kleinstadt Zenta in der Vojvodina führte Melinda Nadj Abonji zahlreiche Interviews und „erlebte immer wieder hautnah die erschreckende Realität eines Landes, in dem vor kurzem noch Krieg herrschte“. Oft ging es um die Frage, warum aus „Jugoslawien ein Trümmerhaufen sogenannter unabhängiger Staaten geworden ist, in denen sich Minderheiten vor der Mehrheit fürchten“.
Als Angehörige der ungarischen Minderheit und des Serbischen nicht mächtig, stieß sie hin und wieder auf Feindseligkeit und auf Spuren der einseitigen Medienberichterstattung, die sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat.
Die deutschschweizer Autorin ist 1968 in Becsej in der serbischen Vojvodina geboren. Sie lebt in Zürich und arbeitet als Autorin und Musikerin.