In der Begründung der Jury heißt es, dass Pollack in seinen historischen Reportagen „stets ein erhellendes Licht auch auf unsere Gegenwart wirft“. Er fokussiere diese literarische Kunstform auf dem heiklen Grat zwischen Essayistik und Dokumentation mit seiner Empathie immer darauf, den namenlosen Opfern der Geschichte Name und Würde zuzuschreiben.
In seinem jüngsten, in diesem Jahr im Zsolnay Verlag erschienenen Buch «Kaiser von Amerika» macht Pollack die große Massenflucht der Juden, Polen und Ukrainer aus Galizien zu Beginn des vorigen Jahrhunderts kenntlich als Prototyp heutiger Migrationsströme mit ihrem Schlepper-Unwesen und Menschenhandel.