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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 23:29

Vor zehn Jahren befiehlt der oberste Taliban die Zerstörung von Weltkulturerbe

26.02.2011

Das Ende der Riesenbuddhas

Ein anderthalb tausend Jahre altes Bauwerk, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, ohne triftigen Grund zu zerstören, ist an sich schon ein denkwürdiger Vorgang. Wenn es sich dabei um ein sakrales Monument einer Weltreligion handelt, bekommt es eine Huntington-Dimension. In der Tat: Die Sprengung der riesigen Buddha-Statuen von Bamian (Afghanistan), zu der die Taliban heute vor zehn Jahren den Befehl gaben, ist Teil des globalen islamistischen Kulturkampfs, ein Akt der symbolischen Gewalt gegen die andere Kultur, die andere Religion. Von JOSEF BORDAT

 

Die von dem Ereignis aufgeworfene Frage lautet: Wie geht man damit um, wenn Kultur zerstört wird? Sagt man: »Es ist ja nur Kultur?« Und was sagt man, wenn es die Kultur betrifft, die Menschen heilig ist? Die Geschichte zeigt: Wer Heiligtümer Anderer zerstört, will den Anderen selbst treffen, um schließlich auch ihn zu zerstören. Symbolische Gewalt geht physischer Gewalt voraus oder vermischt sich bald mit ihr. Auf die Zerstörung der Buddhas folgte ein halbes Jahr später die (versuchte) Zerstörung der großen westlichen Symbole World Trade Center, Pentagon und Weißes Haus.

 

Die Sprengung der Riesenbuddhas von Bamian war ein Fall von »Wehret den Anfängen!« Werden sakrale Gebäude eingerissen, religiöse Gegenstände geschändet oder heilige Bücher verbrannt, muss man aufmerksam werden und mit allen zu Gebote stehenden friedlichen Mitteln eingreifen. Ob es um Buddha- oder Marienstatuen geht, um christliche Kirchen oder Hindu-Tempel, um jüdische Friedhöfe oder islamische Freizeitstätten. Denn die jüngste Geschichte Afghanistans und des ganzen Mittleren Ostens zeigt, wie es andernfalls weitergeht.

 

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Von WOLFRAM SCHÜTTE