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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 23:39

 

Nachwuchsjazzpreis Burghausen

23.03.2011

Mit Witz und Mut

In Burghausen hat die 42. Internationale Jazzwoche mit der Endausscheidung für den 3. Europäischen Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis begonnen. Der Gewinner des mit 15.000 Euro dotierten Preises ist die englische Formation Beats and Pieces Big Band. Der deutsche Vibrafonist des Offshore Quintetts, Dierk Peters, erhielt einen mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis als bester Solist. Ein Bericht von JÖRG ESCHENFELDER                       

 

62 Gruppen mit Jazzmusikern unter 30 Jahren hatten sich dieses Jahr um den Nachwuchspreis beworben. Fünf wurden ausgewählt und mussten sich der Jury - bestehend aus Prof. Joe Viera (Künstlerischer Leiter der Internationalen Jazzwoche Burghausen), Roland Spiegel (Musikredakteur beim Bayerischen Rundfunk), Ralf Dombrowski (freier Musikjournalist) und Reinhard Köchl (freier Musikjournalist) - stellen. Vor dem bis auf den letzten Platz gefüllten Stadtsaal hatte jede Formation 20 Minuten Zeit, um die Juroren von ihrem Können und Talent zu überzeugen.

Die Reihenfolge wurde ausgelost. Den Anfang machte die Beats and Pieces Big Band (England), gefolgt von Interfoam (Dänemark), dem Offshore Quintett (Deutschland), David Helbock’s Random/Control (Österreich) und dem Dirk Häfner Trio (Deutschland). Am Ende konnte keiner der Zuschauer aus den stilistisch äußerst unterschiedlich aufgestellten Gruppen einen Favoriten ausmachen.

 

Eigensinn und Perspektive

Beats and Pieces legten mit einem modernen, sehr rhythmusbetonten und mit klaren Bläsern ausgestatteten Sound ordentlich vor. Interfoam verstand es mit einem verspieltem, witzigen Mix aus Freejazz und Volksweisen zu kontern. Das Offshore Quintett überzeugte im klassischen Quintett-Sound mit durchdachten Arrangements, die auch langen musikalischen Atem bewiesen. Anarchistischen, verspielten, aber dennoch glasklar arrangierten und musikalisch durchdachten Jazz präsentierte David Helbrock’s Random/Control, ehe das Dirk Häfner Trio mit Jazz zwischen klassischem und rockigem Sound für einen fulminanten Abschluss sorgte.

Die Wahl fiel schließlich auf die Engländer, weil sie - so der Jury-Sprecher Joe Viera - alles haben: »Witz und Mut, Virtuosität und Frechheit, Eigensinn und Perspektive.« Neben den 15.000 Euro Preisgeld, wird die Beats and Pieces Big Band am Mittwoch Abend als Vorgruppe von Chick Chorea & Gary Burton das traditionelle Festival-Programm der 42. Internationalen Jazzwoche Burghausen eröffnen.

 

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Von WOLFRAM SCHÜTTE