Nichts hören
Manchmal ist es gesünder zu schweigen, wie es der zweite Jugendliche tut. »Passen Sie auf! Sie wissen ja, was mit den anderen Journalisten passiert ist«, warnt ein der einstige Parteivorsitzende Grigori Jawlinski Tuschi, der sich systematisch einem Gespräch zum Fall Chodorkowski entzieht. Ein ehemaliger Werbeberater behauptet Yukos hätte so bekannt werden sollen wie das Volkslied Katschuja. Darin schickt ein Mädchen einen Liedergruß an einen fernen Krieger, ein wenig so, wie es Tuschis fragmentarisches und dennoch spannendes Reportage-Experiment tut. »Die Erringung der Weltherrschaft« nenne er das, ergänzt der Befragte. Ist »Mischa«, wie seine verzweifelte Mutter Chodorkowski nennt, eine wirtschaftsliberale Version von The Brain, deren größenwahnsinnige Pläne zur Profitmaximierung kläglich gescheitert sind? Oder ist er Pinkie, der die Spielregeln unter Mächtigen nicht begriff und zu naiv war, um die zahlreichen Drohungen ernst zu nehmen – mit fatalen Folgen für seine Person?