Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Eli Pariser: Filter Bubble Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 02:49

Submarine - jetzt im Kino!

17.11.2011

Willkommen in der fabelhaften Welt des Oliver Tate!

Der jugendliche Held in Richard Ayoades Spielfilmdebüt ist ein Träumer, Außenseiter und poetischer Kauz. Charismatisch verkörpert vom britischen Nachwuchsdarsteller Craig Roberts reiht er sich mit Schuluniform und Dufflecoat ein in die Phalanx skurril-sensibler Kino-Antihelden von Harold (Harold und Maude) bis Hallam Foe. Von STEFAN VOLK

 

Submarine entfaltet Olivers Pubertät als subtil-makaberes Coming-of-Age-Drama, das die Welt durch die Augen seines sympathisch verschrobenen Protagonisten betrachtet. Natürlich spielt das »erste Mal« in Submarine eine zentrale Rolle. Es wird jedoch angenehm dezent, gefühl- und humorvoll in Szene gesetzt; ohne den in Teenykomödien üblichen Masturbationsslapstick.

 

Oliver Tate hat vor allem zwei Wünsche: Er möchte endlich eine Freundin, und er will die Ehe seiner Eltern retten. Um Jordana (Yasmin Paige), dem Mädchen seiner Träume, zu imponieren, hänselt er sogar eine Mitschülerin. Hinterher schämt er sich dafür. Mit großen Worten kommentiert Oliver seine Sehnsüchte und Missgeschicke, was Ayoade ironisch visualisiert. Olivers Jugend erscheint so als eine Zeit wild wuchernder Gedanken und Fantasien. Stets sind es Umwege, die den Takt der Dramaturgie vorgeben.

 

Ewig aktuell

Auf solchen Nebenpfaden finden Oliver und die betont spröde Jordana, die nichts mehr verabscheut als romantische Gefühlsduseleien, doch noch zueinander, bis dieser ersten Liebe ausgerechnet Olivers zweite Mission, die Rettung der elterlichen Ehe in den Weg gerät. Oliver muss unbedingt verhindern, dass seine Mutter (Sally Hawkins) sich von ihrem alten Jugendfreund und neuen Nachbarn, einem überkandidelten Esoteriker mit Hang zum Größenwahn, verführen lässt, während sich sein phlegmatischer, dauerdepressiver Vater (Noah Taylor) am heimischen Küchentisch in sein Schicksal ergibt.

 

Submarine spielt in einer nicht näher bezeichneten, nostalgisch eingefärbten Vergangenheit, erzählt aber von den »ewigen«, stets aktuellen Dingen des Lebens: Familie, Schmerz, Vergänglichkeit, Liebe. Lustig und sanft, lakonisch und quasselnd: ein wunderbarer Film.

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Öko oder Nazi - Hauptsache Pirat!

Die gute Nachricht zuerst: Die Polizei hat diese Woche bei einer Razzia in Nordrhein-Westfalen zwanzig Wohnungen durchsucht und drei Rechtsextreme im Alter zwischen 18 und  20 Jahren ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein - Tourplan 2012

»Kabarettisten sind von der schnellen Truppe, zumal solche wie Tretter, die nicht dem allfälligen Comedy-Genre anhängen, sondern richtiges, politisches Kabarett machen ...« ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...