Coffee to go auf dem Weg zur Arbeit, die Busfahrkarte, um nach Hause zu kommen: alles kostet ein paar Minuten oder Monate, je nachdem, ob man im Luxushotel nächtigt oder im Ghetto. Dort leben Will und seine Mutter (Olivia Wilde), die keinen Tag älter aussieht als er. Genetisch gesehen ist sie es auch nicht. Die Wissenschaft hat den Alterungsprozess mit 25 angehalten. Dann, wenn nach modernen medizinischen Erkenntnissen der physische Verfall beginnt, fängt die in die Haut der Charaktere implantierte Digitaluhr an, rückwärts zu laufen. It´s the final countdown! Startguthaben ist ein Jahr. Die biologische Uhr läuft ab für die Charaktere, die für Zeit arbeiten, pokern oder andere umbringen. Zur letzten Sorte zählen die Minute Men, die Will ebenso auf den Fersen sind wie die Timekeeper. Deren unerbittlicher Veteran Leon (Cillian Murphy) verdächtigt Will, dem ein des Luxuslebens der Elite müder Selbstmörder ein paar Jahrtausende hinterlassen hat.
Zeit dient der futuristischen Parabel als offensichtliche Metapher für Geld. Gehortet von Bankenchefs wie Sylvias Vater Philippe (Vincent Kartheiser) garantiert das Zeitkapital einer kleinen Elite Quasi-Unsterblichkeit. Eben noch schlägt Wills Mutter aufs Dramatischste die Stunde, anderntags kann er beim Champagner-Frühstück eine Woche Trinkgeld geben. »Das ist lediglich darwinistischer Kapitalismus«, sagt Philippe. »Niemand ist Schuld daran, wie er geboren wurde.« Sei es als Eintagsfliege oder Schildkröten, die ihr Leben in ihren Panzer zurückgezogen verbringen.