Thomas Kistner: Fifa-Mafia TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 02:55

Rudolf Buchbinder / Wiener Philharmoniker: The Beethoven Piano Concertos

15.12.2011

Buchbinders Beethoven

Es empfiehlt sich, zuerst das Gespräch anzuhören, das Rudolf Buchbinder als Bonus mit dem wohl kenntnisreichsten Pianistenkritiker deutscher Sprache, mit Joachim Kaiser führt. Es macht bewusst, wie viel intellektuelle und analytische Arbeit der Interpretation vorausgeht, und schärft die Wahrnehmung von Feinheiten, die einem ansonsten zu entgehen drohen. Buchbinder, der vor wenigen Tagen, am 1. Dezember 65 Jahre alt wurde, hat die fünf Klavierkonzerte Beethovens im Mai dieses Jahres im Wiener Musikvereinssaal vor Publikum aufgenommen. Er dirigiert die Wiener Philharmoniker vom Flügel aus. Von THOMAS ROTHSCHILD

 

Der Pianist, der gewiss zu den bedeutendsten Beethoven-Interpreten der Gegenwart gehört – ob er der größte ist, wie manche Liebhaber von Hitparaden meinen, ist eine müßige Frage; es darf auch mehrere Genies geben –, verzichtet auf jeglichen oberflächlichen Effekt. Er spielt virtuos, ohne den Virtuosen zu mimen. Die Faszination, die von seinem Klavierspiel und dem unübertrefflich abgestimmten Zusammenwirken mit dem Orchester ausgeht, verdankt sich den Subtilitäten, den – auch durch eine kluge Kameraführung und Regie – erkennbaren Details bei der Gestaltung der Tempi, der dynamischen Differenzierungen, der rhythmischen Präzision, des Klangausdrucks. Buchbinder hat seinen Beethoven studiert, er spielt auswendig und hat, wie wir aus dem gefilmten Gespräch erfahren, die gedruckten Partituren minutiös mit den Handschriften verglichen. In dieser Pingeligkeit ist er ein Verwandter seines Landsmanns Nikolaus Harnoncourt. Aber die Mühe hat sich gelohnt. Man hört diesen Konzerten atemlos zu, und doch haben sie nichts Akademisches: dieser Beethoven ist lebendig und ergreift den Zuhörer im doppelten Sinne.

 

Warum eine in Wien aufgenommene Doppel-DVD eines österreichischen Pianisten mit Werken eines deutschen Komponisten Piano Concertos enthalten muss und nicht Klavierkonzerte enthalten darf, weiß allein der alles beherrschende Markt.

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Öko oder Nazi - Hauptsache Pirat!

Die gute Nachricht zuerst: Die Polizei hat diese Woche bei einer Razzia in Nordrhein-Westfalen zwanzig Wohnungen durchsucht und drei Rechtsextreme im Alter zwischen 18 und  20 Jahren ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein - Tourplan 2012

»Kabarettisten sind von der schnellen Truppe, zumal solche wie Tretter, die nicht dem allfälligen Comedy-Genre anhängen, sondern richtiges, politisches Kabarett machen ...« ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...