Unbeflecktes Verhängnis
Stephen ist hin- und hergerissen zwischen seinem Idealismus und der Angst vor der Niederlage, die ihn dazu treibt, mit dem gegnerischen Lager auf Tuchfühlung zu gehen. Sein Vorgesetzter und Mentor Paul Zara ist ein erfahrener Politikmacher und duldet keine Illoyalitäten. Loyalität, so sagt Paul Zara, sei die einzige Währung in der Politik, auf die man vertrauen kann.
Loyalität und Vertrauen also sind die beiden Tugenden, um die sich der Film dreht. Ein Film, der zeigt, welche Hände sich in einem Wahlkampf gegenseitig Waschen, welche Ideologien fallen gelassen und welche Tabus gebrochen werden, wenn es um die eigene Karriere geht. Die Macht der Sprache stellt sich als die wichtigste Waffe im Wahlkampf dar. Dabei ist das wahre oder ehrliche Wort völlig egal. Es muss überzeugend und unumstößlich klingen. Das ist der Weg der Politik, sagt uns George Clooney.
Eine bestimmte politische Position nimmt das Werk dagegen nicht ein. Die Sympathie zum Lager der Demokraten zu Anfang des Films wird schnell getrübt und bald schon findet man sich als Zuschauer in dem undurchsichtigen politischen Gewirr aus Lügen, Gefälligkeiten und Medienabsprachen wieder. Der Idealismus in Form von Stephen Meyer, den der aus Blue Valentine und Lars und die Frauen bekannte Ryan Gosling so präsent darstellt, kann sogar einige Minuten glaubwürdig überleben. Sodann muss er aber den Intrigen weichen, Kompromisse eingehen und den Dreck wegräumen, den manch anderer hinterlässt. Und diese umfassenden Wandlungen gelingen dem Kanadier ganz ausgezeichnet. In den Nebenrollen der beiden Wahlkampfleiter standen Philip Seymour Hoffman und Paul Giamatti vor der Kamera, die viele Szenen mit ihrem facettenreichen Spiel bereichern.