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The Ides of March - Tage des Verrats - jetzt im Kino!

22.12.2011

Clooney for President?

George Clooney dreht einen Polit-Thriller und spielt selbst den Präsidentschaftskandidaten. Das klingt zunächst nach einem Witz oder einer selbstverliebten Hollywood-Allmachtsfantasie. Doch der Schauspieler und Regisseur, der mit The Ides of March in seinem vierten Film die Regie übernahm, kommentierte dies mit seinem allgegenwärtigen Charme: »Ich wurde besetzt, weil niemand sonst an der Rolle interessiert war.« Ob das der Wahrheit entspricht oder nicht, George Clooney drängt sich in seinem neusten Werk nicht in den Vordergrund. Vielmehr schafft er mit seiner charismatischen Verkörperung des Gouverneur Mike Morris den Nährboden für die Hauptfigur Stephen Meyers und den Mann hinter dieser Rolle: Ryan Gosling. Von ALEXANDER FUNK

 

Stephen ist ein ambitionierter und idealistischer junger Wahlkampfmanager und Politik-Berater, der an den Mann glaubt, dessen Image in der Öffentlichkeit er tagtäglich prägt. Mike Morris ist in seinen Augen die Hoffnung des Landes, ein ehrlicher Gouverneur, der nicht in dem politischen Sud des Rests mitschwimmen will und sich sogar weigert, zwielichtige Absprachen mit dem Senator Thompson zu treffen, die eine entscheidende Unterstützung beim Wahlkampf bedeuten würden. Doch so rein und idealistisch Stephen ist, so ist er auch um seine Karriere bemüht. Als er den verheerenden Fehler begeht und sich mit dem Kampagnenleiter der Gegenseite Tom Duffy trifft, schlägt die Geschichte einen anderen Weg ein, einen Weg, der die »Reinheit« von Mike Morris als Fassade offenbart.

 

Unbeflecktes Verhängnis

Stephen ist hin- und hergerissen zwischen seinem Idealismus und der Angst vor der Niederlage, die ihn dazu treibt, mit dem gegnerischen Lager auf Tuchfühlung zu gehen. Sein Vorgesetzter und Mentor Paul Zara ist ein erfahrener Politikmacher und duldet keine Illoyalitäten. Loyalität, so sagt Paul Zara, sei die einzige Währung in der Politik, auf die man vertrauen kann.

Loyalität und Vertrauen also sind die beiden Tugenden, um die sich der Film dreht. Ein Film, der zeigt, welche Hände sich in einem Wahlkampf gegenseitig Waschen, welche Ideologien fallen gelassen und welche Tabus gebrochen werden, wenn es um die eigene Karriere geht. Die Macht der Sprache stellt sich als die wichtigste Waffe im Wahlkampf dar. Dabei ist das wahre oder ehrliche Wort völlig egal. Es muss überzeugend und unumstößlich klingen. Das ist der Weg der Politik, sagt uns George Clooney.

Eine bestimmte politische Position nimmt das Werk dagegen nicht ein. Die Sympathie zum Lager der Demokraten zu Anfang des Films wird schnell getrübt und bald schon findet man sich als Zuschauer in dem undurchsichtigen politischen Gewirr aus Lügen, Gefälligkeiten und Medienabsprachen wieder. Der Idealismus in Form von Stephen Meyer, den der aus Blue Valentine und Lars und die Frauen bekannte Ryan Gosling so präsent darstellt, kann sogar einige Minuten glaubwürdig überleben. Sodann muss er aber den Intrigen weichen, Kompromisse eingehen und den Dreck wegräumen, den manch anderer hinterlässt. Und diese umfassenden Wandlungen gelingen dem Kanadier ganz ausgezeichnet. In den Nebenrollen der beiden Wahlkampfleiter standen Philip Seymour Hoffman und Paul Giamatti vor der Kamera, die viele Szenen mit ihrem facettenreichen Spiel bereichern.

 

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