Harmonie aus Gegensätzen
Was ist das Leben Wert, wenn man vergessen hat zu leben? Dieser Frage geht Ziemlich Beste Freunde nach, der im Französischen den viel eleganteren Titel Intouchables trägt. Dabei zeigt er auf einer wahren Begebenheit basierend nicht nur die Errettung eines Mannes aus der Lethargie seines Lebens und der Gleichgültigkeit gegenüber dem Vergnügen. Er zeigt auch mit Driss einen jungen Mann, der eben erst aus dem Gefängnis entlassen wurde und durch einen glücklichen Zufall aus dem Teufelskreis des »Ghettolebens« ausbrechen kann. Es sind viele Gegensätze, die hier aufgebaut werden, um sie später wieder zusammenzuführen: Arm und Reich, Schwarz und Weiß, Bildung und Straßenweisheit. Man könnte dem Film sogar vorwerfen, dass er zu viele Klischees bedient. Doch bei der Leichtigkeit der Inszenierung und der Harmonie der beiden Hauptdarsteller fügt sich alles einfach zu gut: die Story, die Umstände, die Lebensgeschichten von Driss und Philippe.
Und eben die Gegensätze nehmen nicht überhand, sondern verharren im Hintergrund, um ab und an wieder durchzuscheinen. Im Spiel der beiden Hauptdarsteller sind Humor und Vertrautheit die beiden Elemente, die am meisten hervorstechen und dem Film die besondere Note fernab aller Klischees verleihen. So wird das Offensichtliche nicht zu einer Oberfläche reduziert, sondern öffnet eine Tür zu einer gefühl- und liebevollen Beziehung zwischen zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.