Rache im Schnee
Als Mikael Blomkvist von Henrik Vanger, einem der reichsten Industriellen Schwedens, angeheuert wird, um das Verschwinden seiner geliebten Nichte Harriet zu untersuchen, ist der Wirtschaftsjournalist zunächst eher skeptisch. Ausschlaggebend für seine Zustimmung, im bereits 40 Jahre zurückliegenden Fall die Recherche wieder aufzunehmen, ist Henriks Versprechen, Blomkvist Beweise zu liefern - Beweise über seinen Gegner, der ihn wegen übler Nachrede verklagt hat. Nicht nur Blomkvists Erspartes, sondern vor Allem seine Ehre als Journalist steht auf dem Spiel. Blomkvist willigt ein und muss bald feststellen, dass er ohne Hilfe nicht weiterkommt. Die Hilfe in Gestalt der jungen Hackerin Lisbeth Salander hat zunächst einen kleinen (faden) Beigeschmack. War sie es doch, die zunächst für Henrik Vanger Informationen über Blomkvist beschafft hat. Doch das ungleiche Paar findet zueinander und beginnt die gemeinsame Arbeit an einem Fall, der die Dämonen der Vanger-Familie an die Oberfläche holt.
Von Zwang und Befreiung handeln viele Filme David Finchers, sei es Sieben, Fight Club oder Der seltsame Fall des Benjamin Button. Diese Thematik geht dem Regisseur leicht von der Hand und ist auch in Verblendung sehr intensiv inszeniert. Das Herstellen und Auflösen von Gegensätzen gibt dem Film seine hypnotische Kraft. Die Bilder, die im Rahmen der skandinavischen Landschaft entstehen, wenn sich der Schnee wie ein Schleier über alles legt, sind zugleich kühl und bewegend, kalkuliert und emotional. Außerdem ist Verblendung ein Film über Gewalt, Rache und Kraft geworden, der diese drei Aspekte der Vorlage entsprechend klar und deutlich zeigt. Erst durch die plakativ inszenierte Brutalität werden auch beim Zuschauer Rachegelüste geweckt und eine Verbindung zu der Figur Lisbeth Salander hergestellt, für die ihre eigene Rache überlebenswichtig ist. Denn aus der Rache schöpft sie ihre Kraft.