Thomas Kistner: Fifa-Mafia Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau Eli Pariser: Filter Bubble
Freitag, 25. Mai 2012 | 03:09

 

Auf dem 54. Int. Filmfestival Mannheim-Heidelberg

29.11.2005

Das Lächeln der Mona Lisa

Die Ausgezeichneten (Igor Sterks “Feinabstimmung” für den Großen Preis, Perry Ordens “Wohnwagenleben” für den Fassbinder-Preis und Ruxandra Zenites “Ryna, das Mädchen” für den Spezialpreis) hätten ohne Zweifel auch andere sein können - so gut war das Programm der mehr als einwöchigen Veranstaltung in den Mannheimer & Heidelberger Kinos.

 

Obwohl der Konkurrenzkampf der großen A-Filmfestivals in Berlin, Cannes & Venedig längst auch dazu geführt hat, mit Debütfilmen von Newcomern Überraschungs- & Aufmerksamkeitsprofite zu erringen; und obwohl junge Nachwuchstalente diese Chance, mit einem Schlag international bekannt zu werden, weidlich nutzen, kann ein Internationales Festival wie das von Mannheim-Heidelberg, das sich auf die Präsentation des Nachwuchses und des Autorenfilms spezialisiert hat, noch genügend interessante und aufregende Filme der weltweiten Produktion abfingern und nun in seinem 54. Jahr dem Publikum der beiden Universitätsstädte im Rhein-Neckar-Dreieck mit großem Zuspruch (auch älterer Besucher!) vorführen.

Vielleicht war die diesjährige “Ernte” mit 20 Wettbewerbsfilmen, 12 Internationalen Discoveries (die es nicht selten qualitativ mit den um die Preise Konkurrierenden aufnehmen konnten) besonders reichhaltig und vielseitig ausgefallen. Denn die Ausgezeichneten (Igor Sterks “Feinabstimmung” für den Großen Preis, Perry Ordens “Wohnwagenleben” für den Fassbinder-Preis und Ruxandra Zenites “Ryna, das Mädchen” für den Spezialpreis) hätten ohne Zweifel auch andere sein können - so gut war das Programm der mehr als einwöchigen Veranstaltung in den Mannheimer & Heidelberger Kinos.

Festivalleiter Michael Koetz hatte das diesjährige Programm unter das Motto “Wahrheiten & Träume” gestellt und folgte dabei, ohne es zu ahnen, einem enthusiastischen philosophischen Programm, das der jenseits des Rheins, in Ludwigshafen, geborene Ernst Bloch sein Leben lang favorisierte: auf die verborgenen Wünsche, Sehnsüchte, Utopien zu blicken, sie zu entdecken & zu achten wider “die Tatsachen“. Koetz´ Plädoyer für die Phantasie, die Vision und das “Wünschen ins Voraus“ (Bloch) forderte eine bewusste Verbindung des “Reichs der Tatsachen” mit dem “Reich der Wünsche”: Die “Verbindung muss wieder her. Nicht die Welt des Phantastischen, der Wünsche und Träume muss wieder her, die haben wir schon, reichlich und ausufernd” - im realitätsflüchtigen Massen-Unterhaltungskino. “Sie muss nicht wieder her”, korrigierte sich der Festivalleiter in seiner Eröffnungsrede, “sie muss wieder hinein - hinein in die andere Welt der Tatsachen, vermischt und durchmischt werden mit ihr, möglichst unsystematisch, auch wenn manche dann die Kontrollverluste plagen”.

Der “Kontrollverlust”, den Koetz hier im Auge hat, war besonders irritierend in dem Wettbewerbsbeitrag “Soy autentico” (Ich bin ich!) des in Chile geborenen, in London lebenden Christian Barbe. In einer immer gleichen Kameraposition mit extremer Weitwinkeloptik über die rechte Schulter eines Interviewers fixiert, erscheinen in Großaufnahme vornehmlich die Gesichter von jungen Frauen in Barcelona, die sich in einem Dialog mit dem Befrager über Wahrheit & Lüge, Treue und Betrug, Empfindung und Simulation im sexuellen Verhalten äußern. Die wenigen befragten Männer sind mit ihren Äußerungen “unergiebiger”, so dass auch einmal ein Gespräch abgebrochen wird. Der Eindruck, es handele sich hierbei um ein von der weit entfernt positionierten Kamera aufgezeichnete Sammlung von intimen Geständnissen im erotischen Blickwechsel mit dem Interviewer, ist täuschend echt, und der Regisseur setzt sein Vexier-Spiel mit den Wunschphantasien der Zuschauer auch jenseits des Films fort, indem er ausweichend auf seine Rolle als Drehbuchautor antwortet.

Die Zuschauer & -hörer blicken in eine Vielzahl weiblicher Gesichter, deren Antworten auf die Fragen des Interviewers mit ihrem physiognomischen Verhalten korrespondieren: scheinbar oder anscheinend. Es sind die vieldeutigen Lächeln von Mona Lisas, mit denen man als Augen- & Ohrenzeuge dieser intimen Geständnisse auf rätselhafte Weise konfrontiert wird. Der minimalistische Schematismus der Aufzeichnung lenkt aber unmerklich die Wahrnehmung auf eine innere Entwicklung in dieser Folge von Interview-Takes. Es zeichnet sich nicht nur einmal ab, dass der Indterviewer ein o­ne-night-stand mit einer der Interviewten hatte, sondern gegen Ende zu wird eher er von den Frauen im Bild über sich ausgefragt - als jemand, der wohl getrennt von seiner Frau und ihrer Tochter lebt und darunter leidet. Was als Recherche über das promiskuitive Sexual-Verhalten von vornehmlich weiblichen Singles in Barcelona begann, entwickelt sich zu einem selbstbezüglichen kleinen Entwicklungsroman, den man dieser simulierten seriellen Seance als minimalistische Erzählung ablesen & -hören kann.

Was ist authentisch?

Die Behauptung: “Ich bin authentisch!”, auf die das Ethos des Dokumentarischen zielte, wird in einer Zeit, in der die Simulation des “Authentischen“ (also einer täuschend “echt”, will sagen: “wahr” erscheinende Selbstäußerung) zur Tagesordnung geworden ist, von diesem beunruhigenden Film in die Ambivalenz der Pilatus-Frage “Was ist die Wahrheit?“ transponiert. Die Trennschärfe zwischen Dokumentarismus & Fiktion beginnt zu verschwimmen. Man könnte auch sagen, dass Christian Barbe, der auch Maler ist, in seinem Film realisiert hat, was der Peruanische Schriftsteller Mario Varga Llosa als Grundlage des Romans postuliert hat: die “Wahrlüge”.

Ein anderer Chilene - Matias Bize, dessen “Hochzeitsvideo” vor 2 Jahren in Mannheim mit dem Fassbinder-Preis ausgezeichnet wurde und in unseren Programmkinos lief - hat Barbes dokumentaristische Versuchsanordnung in einem dreiaktigen Zwei-Personenstück erprobt (“Im Bett” in der Reihe “International Discoveries”) und die Frage nach Wahrheit & Lüge jenseits des befriedigten sexuellen Begehren gestellt. Die Frau und der Mann, die sich während einer gemeinsam verbrachten Nacht im Bett eines Flughafenhotels lieben (ohne sich zuvor gekannt zu haben), fragen sich zwischen ihren leidenschaftlichen Akten über sich aus, belügen sich gegenseitig, finden erst zuletzt zu Geständnissen über die Wahrheiten ihres Lebens - aber nur, weil sie wissen, dass sie nach dieser einen Nacht sich nie mehr sehen werden.

Matias Bizes “Im Bett”, brillant fotografiert, inszeniert und gespielt, ist so etwas - um noch einmal Bloch zu paraphrasieren - wie die “philosophische Ansicht” des Pornofilms, wobei der “wechselseitige Gebrauch der Geschlechtsteile” (Kant) den beiden Liebenden Momente der Lusterfüllung bringt, sie aber nicht aus den Zwängen des “Realitätsprinzips” befreit, in das sie nach dieser Nacht jeweils zurückkehren werden: in Trauer & Resignation.

Auf solche Molltöne ist auch der slowenische Gewinner des Großen Preises eingestimmt, Igor Sterks “Feinabstimmung”: Szenen einer erkalteten, gehobenen Mittelstands-Ehe im heutigen Ljubljana, in welcher der Mann, ein Manager, der in Brüssel mit Verheugen verhandelt und dort regelmäßig zu Prostituierten geht, vergeblich auf das Abenteuer mit einer ehemaligen Studienkollegin hofft, die er zufällig bei einem Elternabend getroffen hatte, und seine Frau, als Lektorin eines Verlags, der lustlosen Tristesse ihrer Ehe in die kurze Affäre mit einem jüngeren Lyriker zu entkommen sucht.

Eine bleierne Apathie herrscht über diesem lakonischem Reigen von Abblendungen und Andeutungen, die Sterk noch verstärkt, indem er provozierend farblose, “unattraktive” Schauspieler als seine Protagonisten wählt. Nur wenn die Frau einmal aus Eifersucht die ganze Wohnung auf den Kopf stellt, um (erfolglos!) eine corpus delicti für den vermuteten Ehebruch ihres Mannes zu finden, bricht Leidenschaft in diese braun filtrierte Lebenslandschaft einer emotional erschöpften Ehe ein, an deren Ende beide eine “Feinabstimmung” ihrer wechselseitigen Abhängigkeiten von einander suchen.

Drei Ansichten eines Dramas

Da geht es schon dramatischer, expressiver und im Grunde auch künstlerisch wagemutiger in dem britischen Wettbewerbsbeitrag “Gypo” zu - vielleicht auch deshalb, weil die Engländerin Jan Dunn das gleiche Sujet im englischen Arbeitermilieu lokalisiert und eine fabulöse “Woman Under the Influence” in Pauline McLynn hatte, die es mit der Gena Rowlands von John Cassavetes in dessen gleichnamigem Meisterwerk schauspielerisch aufnehmen könnte.

Die junge Autorenfilmerin hat den ersten britischen “Dogma“-Film in 13 Tagen und mit schmalem Budget ursprünglich nur als Bewerbungsvorlage für künftige Regieaufgaben gedreht, aber ein ebenso leidenschaftliches wie analytisches Kinostück in bester britischer Tradition zustande gebracht. Zwar ist die Story thematisch überfrachtet als Sozial-& Familienstudie im Gegenlicht von Fremdenhass und Emigrantenmisere und als weibliche Emanzipationsgeschichte mit lesbischem Coming-out; aber in dem sie die gedrängten Turbulenzen aus den drei Perspektiven ihrer Hauptfiguren pointiert, blättert Jan Dunn einen kleinen Kosmos von Sicht- & Erlebnisweisen auf, die ihr Debüt aufregend, spannend und phantasievoll machen, wie lange keinen Film mehr aus Großbritannien.

Der mit dem Fassbinder-Preis ausgezeichnete englische Fotograf Perry Ogden hat während 10 Monaten mit einer DV-Kamera das “Wohnwagenleben” irischer Nomaden sowohl inszeniert als auch dokumentiert. Sein lakonisches Porträt einer alkoholabhängigen Mutter, die mit ihren zehn (!) Kindern in Wohnwagen am Rande von Dublin lebt, richtet den erzählerischen Fokus auf die zehnjährige Winnie, die von der Schule verwiesen wird, weil sie sich gegen die Diskriminierungen ihrer Klassenkameraden handfest zur Wehr setzt, in der Stadt herumstreunt, sich um ihre jüngeren Geschwister kümmert, Wasser von einer offenen Leitung jenseits des Zauns eines Containerplatzes holt. Währenddessen werden wir Zeugen, wie ihre Mutter von den betrügerischen städtischen Behörden übers Ohr gehauen wird, wie die Sozialhelferinnen an die Grenzen ihre Hilfsmöglichkeiten stoßen - aber diese “überflüssigen” Menschen sich dennoch nicht unterkriegen lassen, wenn sie auch nicht ihrer sozialen Misere entkommen können.

Camus´ Sisyphos in den Straßen New Yorks

Der in den USA lebende Iraner Ramin Bahrani hat den Camusschen “Mythos von Sisyphos“ am Beispiel des pakistanischen Einwanderers Ahmed “In den Straßen New Yorks” als realistisch-dokumentarische Parabel angesiedelt. Tief in der Nacht schleppt, stemmt & zieht sein stummer Held im bedrohlichen Verkehrsfluss von Lastwagen und Taxis seinen Aluminiumkarren zu einem Platz in der Nähe des Times Square, wo er von morgens bis abends an Stammkunden und Passanten auf dem Weg zur Arbeit Donuts und Brötchen, Kaffee und Tee verkauft. Abends zieht er seinen Wagen zurück ins Depot, auf dem Nachhauseweg verkauft er raubkopierte Pornovideos an Straßenarbeiter, bevor er todmüde mit der U-Bahn nach Brooklyn in seinen Wohnverschlag fährt.

Eines Tages findet Ahmed ein junges Kätzchen, das er mit Milch zuhause auffüttern will; eine Tages verdient er viel Geld beim Renovieren der Wohnung eines reichen pakistanischen Juppies; eines Tages scheint sich die junge Spanierin, die im Zeitungsstand gegenüber jobbt, in ihn zu verlieben: was für schöne Aussichten, Hoffnungen und Veränderungen! Aber das Kätzchen stirbt, die Spanierin kehrt nach Europa zurück und als er ihr ein Geschenk kaufen will, wird ihm sein eben von ihm erworbener mobiler Arbeitsplatz gestohlen und der Juppie-Freund, den er um einen Kredit anbettelt, setzt ihn vor die Tür. Nur ein älterer Kollege leiht ihm einen schon ausrangierten Verkaufswagen, damit er wie jeden Morgen wieder an seiner Stelle ist und weiterleben kann.

Bahrani besitzt jene poetische Einfachheit, Klarheit und Stilsicherheit, die dem künstlerischen Empfinden des iranischen Kinos, wie wir es von Kiarostami und anderen Filmemachern aus Teheran kennen und schätzen, eigentümlich ist: offenbar auch jenseits der repressiven Grenzen des “Gottesstaates”. Der amerikanische Titel “Man Push Cart” gibt die schmucklose Schönheit dieses stillen Films eines tapferen, von allem Glück verlassenen Einzelexistenzkämpfers im Neuen Babylon treffend wieder, der internationalen Jury war das eine “Lobende Erwähnung” wert.

In sie hätte sie aber noch zwei andere, ähnlich subtil-solipsistische Filme einschließen können (oder müssen!), deren federleichte Poesie und Ironie zu den bewegendsten Augenblicken des diesjährigen 54. Internationalen Filmfestivals von Mannheim-Heidelberg führten: Ich meine damit “Sommerblitze” und “Großstadtlied”.

Ein kretischer Polyphem wartet auf Sommerblitze

Der Theo-Angelopoulos-Schüler Nicos Ligouris porträtiert einen melancholischen Pensionswirt an der Südküste Kretas, der, von den Verlockungen des Tourismus verführt, seine bäuerliche Existenz aufgegeben hat, sich und seine Familie einigermaßen über die Sommermonate bringt und seit Jahren auf das seltene Glück der “Sommerblitze” am Horizont des Meeres wartet, die er mit einem Photoapparat auf einem Stativ im richtigen Augenblick festhalten will. Im Laufe der Zeit & der Jahreszeiten hat er so wechselnde Wolkenformationen und Seelandschaften festgehalten und in einer einzigartigen Sammlung von Farbphotos archiviert.

Rund um diesen seltsamen Heiligen der Erwartung hat Nicos Ligouris eine philosophische Reflexion sowohl über soziale Veränderungen und gefährdete Hoffnungen wie über “Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit” (Clemens von Brentano) entstehen lassen. Ebenso eigensinnig wie sein einäugiger, schmerbäuchiger Held, hat der griechische Regisseur als Kameramann, Cutter und Erzähler eine leuchtende Dokumentation mit dem richtigen Timing und der entsprechenden Geduld geschaffen - einen kleinen Film von außerordentlicher, stimmiger Schönheit und zärtlich-sympathetischer Menschlichkeit.

Der Engel unterm Himmel von Santiago

Ebenso eigentümlich zwischen beobachtendem Realismus, beiläufigem Dokumentarismus und märchenhafter, ja: fast Robert-Walserscher Poesie entfaltet sich Alicia Schersons “Großstadtlied”. Cristina, die Sterbebegleiterin eines Todkranken, dem sie Expeditionsberichte von Amazonas-Indianern aus alten Heften des “National Geographic” vorliest, ist ein weiblicher Engel in Santiago de Chile. Staunenden Blicks und mit Kopfhörern streift sie durch die Stadt und spielt begeistert Videokampfplays in den Spielhallen. Eines Tages findet sie im Müllcontainer eine Aktentasche. Sie gehört dem jungen Architekten Tristan, einem Melancholiker, der sich von seiner modisch aparte Frau getrennt und der seine Arbeit und bei einem Überfall seine Aktentasche verloren hat, die der flüchtige Räuber im Müllcontainer versteckte. Aus den Fundsachen in der Tasche kann Cristina den Eigentümer eruieren. Sie pirscht sich langsam an Tristan, der bei seiner blinden, reichen und mondänen Mutter und deren Gigolo Unterschlupf gefunden hat, ebenso heran wie an Tristans Frau und deren Liebhaber, was Alicia Scherson zu einigen wunderbaren komödiantischen Slapstick-Momenten animiert. Tristan hasst die großbürgerliche Welt, eher solidarisiert er sich mit den für mehr Lohn streikenden Arbeitern auf seiner Bausstelle, die nach einigen Tagen jedoch zerknirscht klein beigeben müssen. Als Cristina zu der Baustelle kommt, ist Tristan von einer Mauer gestürzt, sie aber kann im Krankenhaus seine Personalien angeben, was zu weiteren tragikomischen Verwirrungen führt, als Tristans Exfrau am Krankenbett erscheint, aber ins Leben hatte Cristina ihn zurückgerufen.

Die ebenso humoristische wie irrealistische Erzählweise, mit der die Regisseurin die zwei aus der Welt gefallenen Personen immer enger aufeinander zubewegt, erzeugt in “Großstadtlied” einen seltsamen surrealistischen Schwebezustand, der an den Märchenton des Wenders/Handkeschen “Himmel über Berlin” erinnert. Jedoch Alicia Schersons Cristina wird weder mit dem verliebten Gärtner in den Süden gehen, noch bei Tristan in Santiago bleiben. “Den Menschen helfen”, könnte man für diesen Engel unter dem Himmel von Santiago einen Aphorismus von Karl Kraus abwandeln, “aber nur keine Intimitäten mit ihnen !”

Symptomatisch an vielen Filmen des 54. Mannheim-Heidelberger Filmfestivals war zum einen die erzählerische Dichte gerade der dokumentarischen Filme, die aus der realen Erlebniswelt gesellschaftlicher Randzonen und ihrer Bewohner heraus entwickelt werden; und zum anderen die dokumentarische Einbettung fiktionaler Erzählungen, die dadurch soziale Bodenhaftung und durch den Originalton Realitätsnähe gewinnen. Daraus bezieht, wie im italienischen Neorealismus, dieses Kino die unsentimentale Wärme seiner Empathie und die menschliche Würde seiner (Selbst-)Darsteller.

Wolfram Schütte

(Abbildung: Preisträger Igor Sterk und Festivalleiter Michael Koetz; Copyright - http://www.mannheim-filmfestival.com)

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Öko oder Nazi - Hauptsache Pirat!

Die gute Nachricht zuerst: Die Polizei hat diese Woche bei einer Razzia in Nordrhein-Westfalen zwanzig Wohnungen durchsucht und drei Rechtsextreme im Alter zwischen 18 und  20 Jahren ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein - Tourplan 2012

»Kabarettisten sind von der schnellen Truppe, zumal solche wie Tretter, die nicht dem allfälligen Comedy-Genre anhängen, sondern richtiges, politisches Kabarett machen ...« ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...