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Freitag, 25. Mai 2012 | 03:42

Adventureland

30.07.2009

Teenager in Love

Regisseur Greg Mottola weiß um die Möglichkeiten des Genres und liefert eine durchgehend unterhaltsame, punktuell nachdenkliche, hübsch nostalgische Teeniekomödie ab, die auch in lauteren Momenten nie klamaukig gerät. Von CARSTEN HAPPE

 

Es ist kaum ein Zufall, dass Adventureland im Sommer 1987 spielt, dem Jahr, in dem der mittlerweile legendäre Autor, Regisseur und Produzent John Hughes mit Ist sie nicht wunderbar? die letzte seiner genredefinierenden Teeniekomödien schuf, bevor seine Protagonisten wie der daheimgelassene Kevin oder die lockige Sue immer jünger wurden, Babyklamotten wie Juniors freier Tag zurecht floppten und Hughes in der Obskurität verschwand. Adventureland jedoch atmet noch einmal den Geist von Das darf man nur als Erwachsener und Ferris macht blau, jenen zeitlosen Geschichten Heranwachsender, denen eigentlich alle Türen offenstehen, die allerdings längst in ihren Rollen und tradierten Mustern gefangen sind. Das wurde selten schöner thematisiert als in Hughes’ bestem Film Breakfast Club, in dem fünf Teenager, allesamt stereotypisierte Charaktere wie „der Sportler“ oder „die Highschoolprinzessin“, einen Samstagvormittag nachsitzen müssen, sich zusammenraufen und allerhand über sich und das Leben lernen.

Auch James, die Hauptfigur aus Adventureland ist solch ein Stereotyp, seine Rolle als jüdischer, lockenköpfiger Geek wurde jahrelang von Adam Brody in der TV-Serie O.C. California kultiviert – Jesse Eisenberg spielt sie hier nur um Nuancen verändert weiter. Auch das Setting eines provinziellen Vergnügungsparks ist absolut genrekonform – Teeniestoffe spielen bis auf wenige Ausnahmen wie O.C.-Erfinder Josh Schwartz‘ neue Serie Gossip Girl generell abseits der Metropolen. Der Vorort oder die Kleinstadt ist einerseits der familiäre Rückzugsraum, andererseits das Miefig-Verkrustete, gegen das es sich im Reifeprozess aufzulehnen gilt. Für James stoppt die Rebellion bereits im Freizeitpark, das Geld ist knapp, ein interessanterer Ferienjob nicht zu bekommen. Aus dem Panoptikum der Nerds und Loser, die das heruntergekommene Adventureland über den Sommer bringen, sticht zumindest die desillusionierte Em heraus, in die sich James bald verguckt, die ihrerseits insgeheim mit dem verheirateten Ex-Musiker Mike herumtändelt, der wiederum für James den Liebesratgeber spielen muss.

Zu keiner Sekunde gibt Adventureland vor, die Teeniekomödie neu erfunden zu haben, Regisseur Greg Mottola, der zuletzt mit Superbad zielgenau unter die Gürtellinie pubertierender Jungs traf, weiß um die Gesetze und Möglichkeiten des Genres, und er liefert hier einen durchgehend unterhaltsamen, punktuell nachdenklichen, hübsch nostalgischen Film ab, der auch in lauteren Momenten nie vordergründig klamaukig gerät. Mit Kristen Stewarts Em und Ryan Reynolds‘ Mike bietet er zudem zwei Darstellern, die derzeit vor aller Augen zu Superstars werden, die Gelegenheit zu angenehm unaufgeregten Rollen, bevor sie demnächst im Blitzlichtgewitter hoffentlich nicht verglühen.

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