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Freitag, 25. Mai 2012 | 03:43

Maria, ihm schmeckts nicht!

06.08.2009

Mamma Mia!

Ein leichtes, beschwingtes Sommerfilmchen, das sich auf liebenswerte Weise sattsam bekannter Klischees bedient. Von STEFAN VOLK

 

„Mamma Mia!“, der bleiche deutsche Möchtegern-Schwiegersohn verschmäht die Meeresfrüchte! Da werden Augen gerollt, wird wild gestikuliert und laut durcheinander gesprochen. Jan (Christian Ulmen) ist mitten hineingeraten in eine süditalienische Großfamilie wie sie im Buche steht. Ob er wohl wusste, was er sich da angetan hat, als er um die Hand seiner halbitalienischen Freundin Sara (Mina Tander) anhielt? Um diese Frage kreist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers „Maria, ihm schmeckts nicht“, in dem der ehemalige Werbetexter Jan Weiler seine persönlichen Erfahrungen mit einer deutsch-italienischen Ehe auf mehr oder weniger authentische, vor allem aber komische Weise festhielt.

Die Antwort, die Buch und Film dazu liefern, ist ein klares „jein“. Das kulturelle Gefälle zwischen temperamentvollen Süditalienern und biederen Deutschen ist groß genug, um reichlich Konflikte zu liefern, und klein genug, um sich ihnen auf eine harmlos amüsante Weise annähern zu können. Denn trotz einzelner ernsthafter Momente, ist die Cultural-Clash-Komödie in der Inszenierung von Neele Leana Vollmar vor allem eins: ein leichtes, beschwingtes Sommerfilmchen, das sich auf liebenswerte Weise sattsam bekannter Klischees bedient.

Eigentlich wollten Jan und Sara ja ganz im Stillen heiraten. Doch das lässt Saras Vater Antonio (großartig: Lino Banfi) nicht zu. Stattdessen organisiert er eine Hochzeitsfeier im traditionellen Stil in seinem apulischen Heimatstädtchen. Und traditionell heißt hier: mit Verwandtschaft, Verwandtschaft und noch mal Verwandtschaft. Jan fühlt sich in diesem großfamiliären Gewusel bald reichlich deplatziert und fragt seine deutsche Schwiegermutter (Maren Kroymann), ob sie es denn nie bereut habe, einen Italiener geheiratet zu haben. „Manchmal“, lautet ihre lakonische Antwort. Jan hat sich seine Zukunft jedenfalls ganz anders vorgestellt, und der Aufenthalt bei der italienischen Sippschaft seiner Braut verwandelt sich mehr und mehr in einen Albtraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Im Pyjama flieht er mit seinem schicken Cabrio aus dem schwiegerväterlichen Dorf und kommt doch nur bis zu einer Kreuzung, an der ihn alle Schilder in allen Richtungen wieder dorthin zurückführen, woher er gekommen ist. Ein wenig im Kreise dreht sich am Ende auch Vollmars launige Sommerkomödie, an deren Drehbuch Weiler mitgeschrieben hat. Sie tut dies aber auf eine so lockere, fröhliche Weise, dass man sich von ihr gerne für 90 Minuten den Kopf verdrehen lässt.

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