Post-Wende-Komödie ohne Ostalgie
Eine Post-Wende-Komödie ohne Ostalgie, das ist der große Pluspunkt von Friendship!. Denn die Verlagerung in die USA bewahrt den Film vor einer doch so beliebten Nummernrevue von FDJ-Halstüchern, Goldbroilern und Jahresendflügelfiguren. (Der Verzicht auf den Erinnerungssport prägt übrigens auch das Amerikabild, wo gar nicht groß versucht wurde, das Rad der Zeit 20 Jahre zurückzudrehen, sondern einfach im heutigen Amerika gedreht wurde, frei nach dem Motto: So, wir tun jetzt so, als sei es 1989 und ihr, liebes Publikum, glaubt das!) Daß die Protagonisten mit einer gehörigen Portion Naivität ausgestattet sind, ist der genrebedingt stereotypisierten Überzeichnung geschuldet und somit vernachlässigbar. Routiniert wird das Staunen über die neue grenzenlose Freiheit visualisiert, mit allem, was dazu gehört: schnelle Autofahrten über sonnenüberflutete leere Highways, eine gehörige Portion Horizont im Blick und juvenile Sprünge von Felsen in kristallklare Bergseen. Natürlich hat man das alles schon oft gesehen, und doch funktioniert es. Gekonnt reihen sich Albernheit und Sentimentalität aneinander, ohne Überraschungen – aber eben auch ohne Langeweile. Letztlich ist Friendship! ein harmloser Film, aber besser als befürchtet, eben weil er schnell die Geschichtsebene verlässt und die Kraft der Freundschaft in den Mittelpunkt seines Interesses stellt.