Erfreulicherweise ist Surrogates ein Unterhaltungsfilm mit einer starken Idee, welche die geschilderte Zukunftsvision auch wirklich kritisch unter die Lupe nimmt. Gerade die Unterschiede zwischen dem Aussehen der Surrogates, makellosen, künstlich anmutenden Figuren, und der tatsächlichen Erscheinung ihrer Nutzer inszeniert Mostow als Zerschlagung einer Utopie: Unahnsehnliche Kerle geben sich als hübsche Frauen aus, und selbst die User, die einen Surrogate nach eigenem Ebenbild benutzen, sind oft kränklich aussehende, beinahe bettlägerige Schatten ihrer selbst. Moderne CGI-Effekte werden hierbei unterstützend eingesetzt, die Surrogates bewußt als unnatürliche Figuren in Szene gesetzt – in ironischer Anspielung besitzt die Surrogate-Variante von Hauptdarsteller Bruce Willis langes Haar, der reale Protagonist hingegen trägt die bewährte Stirb langsam 4.0-Glatze.
Zu bahnbrechendem Kino fehlt es dann an innovativen Ideen abseits der Prämisse, doch unterhaltsam ist Surrogates allemal, nicht zuletzt, da Mostow eine Absage an die modern-hektische Actionästhetik erteilt und die Verfolgungsjagden des Films im Stil der 1990er inszeniert: Einstellungen innerhalb einer Actionszene dauern mehrere Sekunden, die Schauwerte bestehen aus tatsächlich abgefilmten Bewegungen, die der Schnitt zwar unterstützt, aber nicht erst generiert.