Beeswax beschäftigt sich erfrischend ehrlich, unverkrampft und effektiv mit alltäglichen Problemen, mit der Poetik des Profanen. Und Regisseur Andrew Bujalski tut gut daran, sich dabei nicht in dem Versuch zu verirren, seinen Plot mit der intellektuellen Flucht ins Allegorische aufzuwerten – wie so einige Indie-Filmemacher vor ihm.
Beeswax schert sich nicht um klassische Dramaturgie, sondern sucht und findet Konflikte auf vergleichsweise mikroskopischem Level. Eine entsprechende Konfliktauflösung bleibt der Film jedoch letztendlich schuldig. Dieses Erzählkonzept ist erfolgreich, da der Film in jeder seiner 6000 Sekunden pure Authentizität atmet. Ein Spiegel des wahren Lebens also, das vollends befriedigende Ausgänge eher selten parat hält.
Dieser Grad an Authentizität ist unter anderem den unverbrauchten und überzeugend agierenden Darstellern zu verdanken. Mit der Besetzung der Zwillingsschwestern Maggie und Tilly Hatcher hat der Regisseur ein goldenes Händchen bewiesen. Dabei ist es vor allem die einzigartige Chemie zwischen den beiden, die für einen ordentlichen Schub an greifbarer Natürlichkeit sorgt. Und dies bewegt sich jenseits jeglicher Schauspielanstrengungen.
Matthias Grunskys unaufdringliche, aber effiziente Kameraarbeit fängt dies ein, ohne mit allzu durchsichtigen Doku-Anleihen einen künstlichen „Realismus-Touch“ zu beschwören. Der Österreicher findet stets die richtige Balance zwischen subtilem Handkameraeinsatz und klassischen, eher statischen Einstellungen. Dieses visuelle Konzept, die Akteure und die teils schrägen, aber lebensnahen Dialoge verleihen dem Film ein nahezu perfektes Maß an Glaubwürdigkeit und Emotionalität.