Leckere Wurst, schnelles Bier, viele Tore
Ausführlich gezeigt werden der Geschäftsführer und sein Team im Detailkampf der Professionalisierung. Rotthaus, ein leidenschaftlicher, wie gestrenger Manager, hat eine genaue Vision davon, was die Leute wollen: „Leckere Wurst, schnelles Bier, viele Tore.“ Soweit würden auch die Fans der ersten Stunde nicht widersprechen. Doch das Tempo und die Art des Vormarsches erzeugen auch viel Kritik. In der schnell durchlaufenen Zweiten Liga investiert man mehr Geld in neue Spieler als alle anderen Vereine der Liga zusammen. Von der Regionalliga geht es im Zeitraffertempo zur Herbstmeisterschaft in der ersten Bundesliga. Aus einem Fanclub werden über hundert. Aus dem gemütlichen Treffen alter Freunde wird Konkurrenzkampf und Vereinswichtelei. Die Zuschauerzahlen nehmen wie geplant stetig zu, doch sind nicht alle glücklich. Innerhalb und außerhalb des Vereins gibt es Kritik und auch Missgunst. Hopp wird beleidigt und bedroht.
Der Film beschreibt eindrücklich und ohne eine wertende Haltung einzunehmen die Macht des Geldes, Träume anzufeuern aber auch abzufackeln. Die Intention, Identifikation für viele mit aller Macht durchzukalkulieren, nimmt nur bedingt Rücksicht auf gewachsene Strukturen und bodenständige Betrachtungen. Torro, Fanclubvorsitzender der ersten Stunde und Fan mit Leib und Seele ist der eigentliche Mittelpunkt des Filmes. Verloren sitzt er in der Schlusseinstellung auf den Stufen des neu erbauten Stadions während im Hintergrund ein Feuerwerk niedergeht. Emotional hin- und hergerissen zwischen Stolz auf den Verein und Zweifeln an der Art und Weise des Erreichten. Tom Asam
Kinostart: September 2010