Menschen gucken komisch, wenn man ihnen sagt, dass man Liverollenspiel macht. „Liverollen-was?“ Und erklärt man ihnen dann, dass man als Elb, Ork oder Zwerg verkleidet auf einer Burg oder im Wald in etwa so wie in Der Herr der Ringe Abenteuer erlebt, die Jungfrau rettet, die Räuberbande vertreibt, den Fluch, der auf dem Tempel lastet, bricht, so bekommt der komische Blick zusätzlich noch etwas Mitleidiges.
Kein Wunder: Liverollenspiel haftet, obwohl es schon seit Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre gespielt wird, immer noch etwas Nerdhaftes an - und die Vorurteile sind Legion: In einer Fantasy-Welt Abenteuer zu erleben ist Eskapismus. Realitätsflucht. Wer im echten Leben einen drögen 9-to-5-Job hat, holt sich seinen Ausgleich im Spiel, wo er den großen Helden mimt. Und das kann ja nicht gesund sein.