Hexen bis aufs Blut gequält
Dass die kriegerischen Christenmänner nicht so übel sind, wie es einer der Spießgesellen in einer Szene schildert, soll deren Verhindern einer Hexenverbrennung beweisen. Dass die Ulrics Mannen die gerettete Frau umgehend erstechen, stellt Black Death als Gnade dar. Im Vergleich zu der blutrünstigen Folter und den grausamen Tötungen in Black Death ist so eine harmlose Erstechung auch gnädig. „Arms, Legs, Hands, Heads – hacked away“, beschreibt ein Filmcharakter den filmischen Splatter-Faktor treffend. Eine zaghafte Frage Osmunds beschäftigt dabei auch den Zuschauer: „Forgive me but how does this concern the pestilence?“
Nun, beides kombiniert ermöglicht es dem Regisseur, die volle Bandbreite an Gewalt und Verstümmelung zu inszenieren: Eingeweide aufschlitzen, Gliedmaßen mit Zangen brechen, Schädel mit der Axt zertrümmern und als Krönung einen im Glauben standhaften Christen von Pferden zerreißen lassen. Nähe zwischen den Geschlechtern, ob romantisch oder erotisch motiviert, bestraft Black Death mit drakonischer Gewalt. Bigotterie und latente Frauenfeinlichkeit vereint Smith in einem abstoßenden Loblied auf Gefühlsverrohung und Brutalität. Sein kruder Historien-Horror rechtfertigt männliche Gewalt als legitime Reaktion auf angebliche weibliche Heimtücke und Grausamkeit. Klerikale Gewalt wird als notwendige Schutzmaßnahme vor Heidentum und Ketzerei dargestellt.
Predigte nicht schon Luther: „Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen“? Selbst Bibi Blocksberg würde in Black Death auf dem Scheiterhaufen landen. Seinem Filmtitel wird Black Death somit peinlich gerecht: die reinste Pest auf der Leinwand.

