„And it's very far away
But it's growing day by day
And it's all right, baby, it's all right (...)
We're on a road to nowhere.“
(Talking Heads)
Die Protagonisten sind namenlos wie das Land, das sie durchstreifen. Die USA existieren nicht mehr. Die Zivilisation ist ausgelöscht. Was geschehen ist, bleibt unklar. Der Schrecken scheint so gewaltig, dass es keine Worte dafür gibt. Tiere und Pflanzen sind ausgestorben. Die Überlebenden töten einander für Nahrung. Oder das Fleisch des Opfers. Die Mutter (Charlize Theron) des Jungen (Kodi Smit-McPhee) hat sich wie unzählige andere Menschen umgebracht. Der Vater (Viggo Mortensen) hat zwei Patronen aufgespart, um sich und den Sohn vor einem schlimmeren Ende zu bewahren.
Was schlimmer sein könnte, ist schwer vorstellbar. Schonungslos lässt sich Hillcocks The Road dennoch nicht nennen. Die drastischeren Details von McCarthys Roman spart der australische Regisseur aus: ein Neugeborenes, das zum Verzehr gebraten wird, die wie Hunde gehaltenen Sex-Sklaven der marodierenden Banden, ein verstümmelter Katzenkörper im einstigen Wohnhaus des Vaters.
Zu Beginn verstört The Road durch den greifbaren physischen Schrecken von Kälte, Hunger und Furcht. Die ausgebleichte Szenen-Gemälde, die hervorragende Besetzung und der Soundtrack von Nick Cave und Warren Ellis verleihen Hillcoats Endzeit-Drama eine bedrückende Atmosphärische Dichte. Die gespenstische Endgültigkeit von Cormac McCarthys Vorlage erreicht die Verfilmung dennoch nicht. Das Grauen erscheint zunehmend surreal, weil die schönen Momente vom monotonen Marsch entlang der Straße in Erinnerung bleiben. Dieses „Schöne“ ist eine Linderung der Qual, eine kurzfristige Annäherung an Normalität, bevor der Schrecken zurückkehrt.