Exit through the Gift Shop ist eine Mockumentary im wortwörtlichen Sinne. Die aus Amateurvideos und Interviews zusammengefügte Reportage verspottet ihren Initiator Guetta, Banksy, der ihn vom Regiestuhl schubste, die kommerzialisierte Kunst-Szene und das Publikum - auch im Kino. Die Grenzen zwischen Kunstfigur und Künstler, Kunst-Dokumentation und Kunstinstallation verschwimmen. Der britische Kunstprovokateur Banksy bleibt in seinem Film anonym.
Der prominente Unbekannte ließ ein Mädchen an Luftballons an der Mauer zwischen Israel und Palästina schweben, hängte heimlich eigene Gemälde in der Tate Gallery auf und stellte ermordete Telefonzellen in den Straßen Londons aus. Doch im Gegensatz zur klassischen Kunst ist Street Art kurzlebig. Darum muss sie dokumentiert werden.
Buffmonster, Swoon, Shepard Fairery - Thierry Guetta, ein manischer Franzose mit starken Akzent, hatte die Elite der Street Artists vor seiner Kamera. Sogar Banksy begleitete er bei dessen spektakulären Aktionen. Glaubt man Guetta, riskierte er sogar mehr als sein Idol: „I would climb higher, higher-“
Mit einer Schar Assistenten begann er unter dem Künstlernamen „Mr. Brainwash“ massenhaft teure Pseudo-Kunst im Stil der Street und Pop Art zu produzieren. Die Optik hatte er sich hautnah abgeschaut, die Technik beherrschten seine Gehilfen und der Computer. Copy & Paste. Malen nach Zahlen. Mit phänomenalem Erfolg. Die Dummheit des Publikums ist unberechenbar. Die Erfahrung musste Banksy selbst machen, als er für ein Kunstaktion Pfundnoten mit dem Bild von Lady Di druckte. Kaum jemand bemerkte den Unterschied. So fälscht man Millionen. Mr. Brainwash scheffelt unterdessen echtes Geld.