Vergnügen mit Abstrichen
Da die Verfilmungen nicht ganz mit dem Veröffentlichungstempo der Romane mithielten, sind die Schauspieler der drei Freunde „schneller“ gealtert als ihre Filmfiguren, was allerdings kaum unangenehm auffällt. Allenfalls Rupert Grint ist in der Rolle des unbeholfenen Rons mittlerweile vielleicht eine Spur zu groß und muskulös geraten. Insgesamt aber meistern Daniel Radcliffe, Emma Watson und Grint ihre Rollen längst wie selbstverständlich. Hermine und Ron sind mittlerweile zwar ein Paar, Ron ist aber noch immer eifersüchtig auf Harry, was stets aufs Neue für Konflikte sorgt. Dieses eigentlich recht banale Konstrukt schmückt Yates mit sanftem Humor charmant aus.
Überhaupt ist die gelungene Balance zwischen amüsanten, und beklemmend düsteren Elementen eine der Stärken des Films. Schön anzusehen sind die malerischen Landschaften, die das Trio bereist, indem es sich von einem Ort zum anderen „appariert“. Die vielen kleinen Gimmicks wie der „Deluminator“, mit dem Ron alles Licht um sich herum aus- und wieder anknipsen kann, sorgen für den nötigen magischen Flair. Besonders zauberhaft ist eine kleine Sequenz, in der Hermine aus einem Märchen vorliest, was in einer liebevollen Animation bebildert wird, die an die Scherenschnittfilme Lotte Reinigers erinnert.
Für Potter-Fans bietet der Film ein beinahe rundum gelungenes Vergnügen, das leider unvermittelt abbricht. Wer aber die Vorgeschichte nicht kennt, sollte lieber ganz von vorne beginnen. Mit etwas Glück kann er dann direkt nach dem ersten schon den zweiten „letzten Teil“ im Kino bestaunen – und das, wofür die Zeit zum Konvertieren diesmal nicht reichte, auch in 3D.

