Fetisch für Filmfans
Auf dem deutschen Buchmarkt schließt der Time-Out Movie Guide eine Lücke. Warum der Band weder übersetzt wird noch die englischsprachige Ausgabe bisher einen hiesigen Verlag gefunden hat, ist ein Rätsel. Eine vergleichbare Publikationen existiert nicht. Zwar gibt es diverse Filmlexika, doch sind sie hauptsächlich Auflistungen wichtiger deutschsprachiger Produktionen, ergänzt durch ein paar internationale Klassiker. Keines verfügt über das inhaltliche Spektrum von Time-Out. Dies gilt auch für den amerikanischen Markt, der mit den ebenfalls jährlich erscheinenden Filmführern Video Hound, Halliwell´s Film Guide und Leonard Maltin´s Film Guide immerhin respektable Konkurrenten zu bieten hat.
Einen gesuchten Film in dem Kompendium zu finden ist mitunter schwierig. Unzählige oft und nie gehörten Titel flackert wie Irrlichter vor den Auge. Vom geraden Weg zu der gewünschten Information locken sie auf die Fährten anderer Kinoschätze. Bis man sich verlaufen hat, vergisst, welchen Titel man ursprünglich nachschlagen wollte (selbst erlebt!) oder der Buchtitel sich ironisch erfüllt: time out, keine Zeit mehr. Im Anhang liefert ein Register von Regisseuren und Alternativtiteln, die eine gezielte Suche nach den Werken bestimmter Künstler oder fremdsprachiger Titel ermöglichen. Allein der flüchtige Blick in diese Register kann fatal sein. Wer glaubt alle Filme Hitchcocks zu kennen, hat vermutlich nie die romantischen Melodramen Champagne (1927) und Downhill (1928) gesehen.